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FREUNDLICHKEIT - MEHR ALS EIN VERHALTEN
Unter dem Stichwort “kundenorientierte Kommunikation” werden Mitarbeiter
von Unternehmen geschult, mit ihren Kunden kundenorientiert, das heißt:
gewinnend und freundlich umzugehen. Die rhetorischen Handwerkszeuge, die
in entsprechenden Trainings vermittelt werden, fokussieren meist auf das
korrekte Verhalten im Kundenkontakt.
Freundlichkeit ist aber mehr als ein Verhalten: Freundlichkeit ist eine
innere Haltung. Wenn es an dieser freundlich gesinnten inneren Haltung
fehlt, wirkt die Freundlichkeit künstlich, unecht und aufgesetzt.
Das limbische System, respektive: dessen Spiegelneuronen lassen sich jedoch
durch unpassendes “Dauergrinsen” nicht täuschen. Auf mangelnde Glaubhaftigkeit
oder Authentizität reagiert unser limbisches System gewöhnlich
mit Irritation und Befremden.
Wenn die Freundlichkeit zur Masche erstarrt, wirkt sie abstoßend
und verfehlt ihre positive Wirkung. Deshalb gilt: es kommt auf die innere
Haltung an. Die innere Haltung entscheidet. Ob wir dies wollen oder nicht,
unsere innere Haltung teilt sich stets mit. Wir können die innere
Haltung, die wir haben, nicht nicht kommunizieren. Deshalb entscheidet
die innere Haltung, die wir haben, maßgeblich darüber, ob man
uns unsere Freundlichkeit glaubt oder nicht.
Wenn man uns unfreundlich oder gar mit Feindseligkeit begegnet, steigt
unser innerer Stress. Der Alarmgeber innerhalb unseres limbischen Systems,
die sog. „Amygdala“, schüttet Stresshormone aus. Das bekannteste
dieser Hormone ist das „Adrenalin“.
Zuviel Stress oder mangelhafte Stressbewältigung machen uns jedoch
krank. Die Entspannung bleibt aus. Denn früher oder später -
insbesondere dann, wenn der Stress unkontrollierbar wird - entfaltet das
Adrenalin im Zusammenhang mit den sog. „Cortisolen“ eine geradezu paradoxe
Wirkung:
innere Abschaltprozesse setzen ein. Wir können uns nicht mehr konzentrieren.
Unsere Leistungsfähigkeit sinkt. Und wir verlieren den Zugriff auf
unsere Ressourcen. Das heißt: das, was wir eigentlich können,
gelingt uns nicht mehr. Wir sind innerlich blockiert. Und zu allem Überfluss:
wir schaffen es nicht, uns emotional von dem zu entlasten, was uns belastet.
Wenn man uns jedoch mit Freundlichkeit begegnet, fühlen wir uns verstanden
und akzeptiert. Unser Gehirn ist ein “soziales Konstrukt”, sagt der Neurobiologe
Gerald Hüther. Deshalb reagiert es auf Verständnis und Akzeptanz
mit der Ausschüttung des auch als “Kuschelhormon” bekannten Neurotransmitters
„Oxytocin“.
Oxytocin kann gewissermaßen als “Gegenspieler” des Adrenalins und
der Cortisole verstanden werden: Es hat eine beruhigende und zugleich
entspannende Wirkung. Es löst die Blockaden im limbischen Teil unseres
Gehirns, und es befähigt zur emotionalen Distanzierung von dem, was
uns belastet. Unter dem Einfluss des Oxytocin steigt unsere Lust auf Beziehung
und mit ihr unsere Fähigkeit, soziale Bindungen einzugehen und aufrecht
zu erhalten.
Oxytocin macht uns dazu bereit, uns ebenfalls freundlich auf unser Gegenüber
zu beziehen. Nur in Beziehungen, die sich durch wechselseitige Anteilgabe
und Anteilnahme auszeichnen, ist seelisches Wachstum und die Entwicklung
unserer Persönlichkeit möglich. Und eben dazu brauchen wir Andere.
Freundlichkeit ist eine innere Haltung. Was diese innere Haltung der Freundlichkeit
ausmacht und wie Sie die Haltung der Freundlichkeit entwickeln, das erfahren
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