Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Selbstbehandlung möglich?

Fragen und Antworten

Frage:
Können sich Klienten mit ROMPC®  auch selbst behandeln?
Wann ist das sinnvoll?
Und wo sind die Grenzen der Selbstbehandlung?
Ernst Uffelmann

Antworten:
Lieber Ernst,
hier aus meinen Erfahrungen meine Meinung zu deinen Fragen:
Ja, denn mit der Selbstbehandlung schaffen sich die Klienten Ressourcen. Wichtig ist zu unterscheiden, ob es sich beim Klienten um eine Person handelt, die immer alles selber macht, sich selten bis nie Hilfe holt – oder ob es sich um jemanden handelt, der sich unfähig fühlt und in ungesunden Abhängigkeiten lebt.
Beim sich hilflos fühlenden Klienten ist es angebracht, ihm auf ihn zugeschnittene ROMPC® Sequenzen mit nach Hause zu geben, damit er in die Handlungsfähigkeit geführt wird. Er kann handeln und fühlt sich nicht ausgeliefert.
Dem eigenständigen Klienten gebe ich ROMPC® Sequenzen mit, um sie im Sinne eines Notfall-Instruments bei körperlichen Symptomen anwenden zu können (z.B. Schlaflosigkeit, Verspannungen etc.).
In beiden Fällen sehe ich die Selbstbehandlung mit ROMPC® als begleitende Massnahme zur Therapie. Denn nur in den Therapie-Sitzungen können wir die heilsame Beziehungs-Ebene einbringen und falls angebracht vertikal arbeiten. Ansonsten würden wir uns mit Symptom-Bekämpfung begnügen und die darunter liegenden Themen wieder zudecken.
Herzliche Grüsse
Iris Schumacher

Lieber Ernst Uffelmann,
ich leite gern und häufig Klienten zur Selbstbehandlung mit Methoden des ROMPC® an und erhalte meist gute Rückmeldungen über die Erfolge damit. Die “Hausaufgaben” sind allerdings zugeschnitten auf den jeweiligen Klienten und seine Themen. Mitunter erhalte ich auch die Information, dass beispielsweise ausgewählte Klopfsequenzen und Affirmationen bei mir in der Sitzung eine deutlichere und nachhaltigere Wirkung gezeigt hätten als dann später in der Selbstbehandlung. Das ist nachvollziehbar, zum einen, weil der Faktor des Beziehungsangebotes eine wesentliche Rolle spielt, zum anderen, weil eine Selbstbehandlung mehr oder eine andere Konzentration und Bewußtheit abverlangt. Selbstbehandlungen verschaffen dem Klienten das Gefühl, dass er selbst aktiv etwas zur Verbesserung seines Befindens beitragen kann und seinen inneren Stressprogrammen nicht hilflos “ausgeliefert” ist. Außerdem behält er so seine Unabhängigkeit vom Therapeuten. Grenzen sind der Selbstbehandlung u. a. dort gesetzt, wo es um Aufdeckung von ursächlichen Zusammenhängen von Beschwerden oder Symptomen, um Reduzierung der blinden Stellen sich selbst gegenüber und um komplexe Prozesse geht. Dennoch können auch hierbei kleine Selbstanwendungen hilfreich sein. Vielleicht ein Beispiel: eine junge Frau leidet seit vielen Jahren unter Selbstwertstörungen. Sie findet sich häßlich, unförmig und nicht liebenswert. Diese Grundeinstellung hat es ihr bisher nicht möglich gemacht. früher in der Schulklasse und jetzt in der Lehrausbildung sozial kompetent zu reagieren. Sie steht in der “Hackordnung” immer ganz hinten. Wir haben zunächst gemeinsam ihre dabei ablaufenden Stressmechanismen analysiert, durch Vorstellungsbilder und Verbalisierungen in der Behandlungssitzung aktiviert und mit einzelnen wenigen Stress-Entkopplungstechniken (Tiefenatmung, Klopfmassage im Bereich der Thymusdrüse sowie eine positiven Affirmation) behandelt. Ihre Symptome (z.B. Kloß im Hals, Schweißausbruch, Atemnot, Denkblockaden…) verschwanden darunter nicht gänzlich, aber wurden bedeutend erträglicher, vor allem reduzierte sich ihre Angst, die Kontrolle über sich zu verlieren und völlig situationsunangemessen zu reagieren. Diese Übungen macht sie seither für sich alleine – wie sie mir beschreibt recht geschickt und erfolgreich. Das Problem der Selbstwertstörung ist damit aber natürlich noch nicht behoben. Da sind wir auf lebensgeschichtliche Ereignisse und elterliche Introjekte gestoßen, wo sich eine beziehungsorientierte Prozessbegleitung erforderlich macht. Die junge Frau war wiederholt stationär als auch teilstationär in psychotherapeutischer Behandlung. Sie sagte mir, dass sich dabei an ihrer Gesamtsymptomatik nur während der Zeit der Klinikaufenthalte etwas verändert hätte, sie aber zu Hause sehr schnell wieder in ein tiefes seelisches Loch gefallen sei. Seit der Behandlung mit Methoden des ROMPC® fühle sie sich energetisch aufgebaut, optimistischer und mutiger. Die Frage, die Ausbildung abzubrechen stelle sich für sie gegenwärtig nicht mehr. Wir hatten bisher gerade mal 4 Sitzungen in einem jeweiligen zeitlichen Abstand von 14 Tagen. Ich meine schon, es lohnt sich, sich weiter mit ROMPC® zu beschäftigen!
Herzliche Grüße
Annette Stoschek

Lieber Herr Uffelmann,
liebe Kollegen,
ich würde noch eine Ergänzung hinzufügen: Im wesentlichen sehe ich zwei Indikationen, die eine Selbstbehandlung nicht angeraten sein lassen bzw. den Erfolg verunmöglichen:
1. Klient hat keine Bewusstheit für die behandlungsbedürftigen Themen (blinde Flecke)
2. Klient benutzt die Selbstbehandlung als Abwehr gegen Ich-Du-Beziehung (z. B. “ich muss alles alleine machen”, “mir kann sowieso niemand helfen, außer ich selbst”).
Außerdem verweise ich auf einen speziellen Bereich zu diesem Thema auf unserer Seite: Konzepte zur Selbstbehandlung
Mit herzlichen Grüßen
Thomas Weil