Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Einzel-oder Paartherapie?

Fragen und Antworten

Frage:
“Ich möchte ROMPC® auch gerne in der Paartherapie anwenden. Wo liegen hier die Arbeitsschwerpunkte im Unterschied zur Einzeltherapie?
Was sind die Vor- und Nachteile, Partner gemeinsam oder alleine zu behandeln?”
Manja Paul

Antwort:
Liebe Manja,
ich möchte dich auf die bereits erschienenen Antworten zum Thema "ROMPC® in der Paartherapie" verweisen. Dort hast du viele Hinweise, wie es gehen kann.
Wichtig ist, dass du beide Partner – wenn der gegenwärtige Konflikt beschrieben ist – informierst, dass ihre gegenwärtigen Konflikte möglicherweise auch in vergangenen Stressmustern und kindlichen Verletzungen wurzeln können, und du - nachdem du bei jedem einzelnen die ausführliche Fragetechnik angewandt und ihre individuellen Stressmuster erarbeitet hast – sie sich erinnern lässt.
Das schafft ein Stück Abstand zum gegenwärtigen Konflikt und ermöglicht unter Umständen die Bereitschaft, sich in dieser alten Verletzung behandeln zu lassen.
In der Einzeltherapie stehst du eindeutig auf der Seite des Klienten.
In der Paartherapie bist du die Vermittlerin ihres in Unordnung geratenen Gleichgewichts. Das ist der wichtigste Arbeitsschwerpunkt. Das heißt: auch wenn du emotional eher auf der Seite des einen stehst, gilt es immer den anderen mit ins Boot zu holen.
Und sei es ihre gemeinsame Hilflosigkeit zu thematisieren … oder wenn es schon greifbar ist, ein gemeinsames übergeordnetes Thema.
Ich habe auch schon Entspannung erzielt, wenn ich beide Partner die Herzzone reiben ließ mit den Worten: “Eigentlich lieben wir uns.. und dennoch sind wir so hilflos.” Oder: “Jeder hat sein Bestes versucht, aber wir haben uns trotzdem diese Probleme.” etc. Also der Situation immer anpassen.
Manchmal erzähle ich ihnen das Märchen von Hänsel und Gretel, die Hand in Hand durch den dunklen Wald laufen und die Orientierung suchen – aber Hand in Hand – und vielleicht noch so manche “Hexe” erledigen müssen – jeder auf seine Weise: Hänsel im Tricksen und Gretel im Schubsen ...
Wenn du ihr gemeinsames “Arbeitsbündnis” geschaffen hast, kannst du sie auch behandeln, und zwar nach ganz individueller Absprache. Denn beide brauchen deinen Respekt für ihre Entscheidung.
Damit gibst du Modell für das Respektieren der Unterschiede des anderen.
Wie sie sich auch entscheiden, ob einzeln oder gemeinsam oder zusammen sich zu “entkoppeln”, dahinter steht die Frage an jeden einzelnen, wieviel will ich meinem Partner von mir zeigen oder nicht.
Auch das verdient Respekt. Und manches Geheimnis muss auch eins bleiben dürfen.
Wenn du noch Fragen hast, bitte stell sie. Ich antworte gerne, denn Paartherapie ist ein ganz aufregendes “Geschäft”.
Viele Grüße
Martina Erfurt-Weil