Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Wenn der Schreck im Körper steckt

Fragen und Antworten

Frage:
“Wer von euch hat Erfahrung in der Bearbeitung körperlicher Unfallfolgen mit ROMPC®?
Bei einem meiner Patienten tauchen seit einem Unfall von vor einem Jahr mit schwerem Schleudertrauma immer wieder heftige Nacken- und in der Folge Kopfschmerzen auf. Ich habe ihn jetzt mit ROMPC® behandelt, habe dabei herausgefunden, dass der Schreck die Komponente ist, die immer wieder dafür sorgt, dass sich die Muskeln im Nacken verkrampfen und sekundär den Kopfschmerz auslösen. 
Das macht auch insofern Sinn, als plötzliche Lageveränderungen eine Erinnerung an den alten Schreck bewirken und ein Schutzmuster auf körperlicher Ebene von damals bewirken.
Die Wirkung de ROMPC®-Behandlung war momentan entlastend.
Wer weiß mehr über solche Zusammenhänge?"
Heinz-Günter Andersch-Sattler

Antworten:
Lieber Heinz-Günter,
ich habe das von Dir beschriebene Phänomen schon einige Male beobachten können.
Sehr oft schlagen sich plötzliche Ereignisse mit einer erhöhten Daueranspannung im Körper nieder. Als ROMPC®-Therapeuten wissen wir, dass es sinnvoll ist sehr genau auf die Körperhaltung eines Patienten zu achten, wenn er von Ereignissen spricht. Wir suchen nach Entkoppelungsrelikten und Blockaden im körperlichen Ausdruck.
Zusätzlich ist es hilfreich zu wissen, welche Beschwerden bestimmte körperliche Fehlhaltungen verursachen können. So kann ich immer wieder über das Beschwerdebild meiner Patienten in Kombination mit meiner Anamnese Anhaltspunkte dafür finden, dass sich Emotionen wie Schreck, Angst, Wut und Verzweiflung in den Muskeln des Menschen festsetzen und dort gespeichert werden.
Untersuche ich weiterhin die Bildersprache des Ereignisses, finde ich zusätzliche Informationen über seelische Muster, die möglicherweise geholfen haben, das Symptom dauerhaft zu erhalten.
Manchmal löst die Arbeit am Körper die entsprechende Emotion und sie wird wieder gefühlt. Dann kann der seelisch-emotionale Anteil der Symptome bewusst werden und der Patient gewinnt durch diese Erkenntnis neue Handlungsspielräume.
In der rein psychotherapeutischen Behandlung ist vor allem die von Dir festgestellte Rückkopplung, dass ähnliche Körperbewegungen die Angst-Spannung reaktivieren, wichtig. Ist der gespeicherte Schreck erst einmal mit ROMPC® abgebaut, kann der Klient durch liebevolles und umsichtiges Verhalten sich selbst gegenüber sein Entwicklungsthema annehmen und daran wachsen.
Diese Körper-Seele Zusammenhänge kommen in der Praxis häufig vor. So entwickelt eine Patientin von mir ihren Fersensporn stets zu Zeiten, in denen sie aufgefordert ist, sich mit Veränderungen in ihrem Leben zu arrangieren.
Ein anderer Patient muss sein Geschäft aufgeben, weil er keinen Nachfolger dafür hat. Dieser „eigentlich willkommene“ Schritt in seine Rentenzeit ist von Verlustgefühlen und schmerzhaften Konflikten begleitet…. was sich in einem Ulcus cruris manifestiert.
Beide Patienten haben Schwierigkeiten mit Veränderungen… die Auslöser für den Konflikt sind jedoch so verschieden, wie die Beschwerdebilder. Die psychosomatische Krankheitsbilderdeutung liefert hier erhellende Einblicke in die Verschiedenartigkeit der Prozesse.
Falls Du Dich tiefer mit dem Thema beschäftigen möchtest kann ich Dir die Bücher „Krankheit als Symbol“ und „Das senkrechte Weltbild“ von Rüdiger Dahlke empfehlen.
Liebe Grüße
Silke Straßner

Liebe Silke,
hab herzlichen Dank für deine Informationen, die mir bei der Behandlung sicher weiter helfen können. In meiner Praxis stehen die psychischen Symptome in der Regel im Vordergrund. Hier sind es vor allem somatische Symptome, die sich auch noch auf einen realen Vorfall zurück beziehen. Ich werde das Beschwerdebild dieses Patienten noch detaillierter untersuchen.
Viele Grüße
Heinz-Günter Andersch-Sattler

Lieber Heinz-Günther,
das habe ich auch schon öfters bei Klienten erlebt, die einen Autounfall hatten. Eine sehr gute Möglichkeit finde ich, wenn man bei den Klopftechniken von den Meridianpunkten abweicht und stattdessen vorsichtig auf die verspannten Stellen klopft. Denn körperlich hat sich die Angst und der Schreck ja gerade an diesen Punkten festgesetzt. Ich mache das immer beidseitig und mit allen zehn Fingern. Auch ganz leichtes Massieren der Stellen, während der Klient z. B. die belastenden Bilder erinnert und/oder von dem Unfall berichtet ist eine gute Möglichkeit.
Herzliche Grüße
Petra Franz

Liebe KollegInnen,
ich möchte Euch darauf aufmerksam machen, dass zu dem genannten Thema ein Artikel von Ingrid Schmidt-Döring im ROMPC®-Fachartikel-Forum erschienen ist. Der Artikel hat den Titel: “Traumatisierungen und ihre körperlichen Folgen”. Ihr findet diesen Artikel hier.
Mit herzlichen Grüßen
Thomas Weil