Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Krank vor Angst: Umgang mit Hypochondrie

Fragen und Antworten

Frage:
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich bin im Internet auf einen Artikel über “Hypochondrie” gestoßen. Den Artikel “Hypochondrie: Krank vor Angst” findet Ihr hier.
In diesem Artikel wird Hypochondrie mit Angststörungen in Verbindung gebracht und Verhaltenstherapie als Therapie-Empfehlung vorgeschlagen.
Ich bin an Eurer Meinung interessiert, wie Ihr als ROMPC®lerInnen die der Hypochondrie zu Grunde liegenden Ursachen einschätzt.
Ich gehe davon aus, dass das hypochondrische Symptombild etwas mit Blockaden im limbischen System zu tun hat und dass deshalb Verhaltenstherapie zu kurz greift.
Welchen therapeutischen Beitrag kann ROMPC® im Umgang mit Hypochondrie leisten?
Mit herzlichen Grüßen
Martina Erfurt-Weil

Antworten:
Liebe Martina,
in meiner Praxis habe ich bisher drei Hypochondrie-Patientinnen behandelt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Frauen alle nicht in der Lage waren, mit Emotionen umzugehen. Im Verlauf des Prozesses zeigte sich tatsächlich, dass sich als erste Veränderung Ängste und Depressionen zeigten. Bei allen drei Patientinnen zeigte sich eine ähnliche Problematik: alle waren Töchter sehr kranker Elternteile, (Alkoholismus, Epilepsie, Schizophrenie) für die sie schon als Kinder Verantwortung übernehmen mussten. Natürlich waren sie damit komplett überfordert und selbst innerlich verlassen und haltlos. Mit Hilfe körpertherapeutischer Arbeit und ROMPC® konnten die Patientinnen sich nach und nach ihrer inneren Verlassenheit und den damit verbundenen Gefühlen stellen. Als starkes, Halt gebendes Gegenüber konnte ich den Patientinnen das geben, was sie in ihrer Kindheit vermisst hatten. Sie lernten außerdem, Grenzen zu setzen und für sich zu sorgen. Inzwischen sind alle drei von ihrer Hypochondrie befreit.
Ob sich diese Erfahrung verallgemeinern lässt, kann ich natürlich nicht sagen, ich finde die Parallelen jedoch auffällig.
Auf jeden Fall bin ich auch sicher, dass die Verhaltenstherapie erheblich zu kurz greift, weil sie die Grundproblematik außer Acht lässt. Nach Lösung der limbischen Blockaden durch ROMPC® und der Halt gebenden Beziehungsarbeit sind verhaltenstherapeutische Ansätze aber sicher wertvoll., wenn es darum geht, im Alltag alternative Handlungsweisen zu erlernen. Vorher wird Verhaltenstherapie allenfalls kurzfristige Erfolge erzielen können.
Herzliche Grüße
Hanna Schütz

Liebe Martina,
letzte Woche hatte ich ein Erstgespräch mit einem jungen Patienten, der ganz starke Angst vor einem Schlaganfall hat. Vorangegangen war eine Angstattacke nach einer beruflichen Überlastungsstituation.
Anamnestisch kam eine Angststörung des Vaters vor einigen Jahren zum Vorschein. Mein Eindruck war, dass sich die vorhandenen Versagensängste die körperliche Symptomatik “ausgesucht” hatten, weil es familiär am akzeptiertesten ist. Ich kenne diese Symptomatik auch noch von Patientinnen, die als Kinder im Krieg traumatisiert wurden und ich frage mich, ob es nicht oft so ist, dass familiär gesehen diffuse Ängste weniger akzeptiert sind, als körperliche Symptome und die Ängste sich deshalb auf die Körperebene verlagern. Ich denke auch, das bei früh traumatisierten Kriegskindern die Ursprungsängste gar nicht mehr zugänglich sind und oft nicht erinnert werden und es daher naheliegt, dass sie auf einer greifbareren Ebene, wie es der Körper ja ist, zum Ausdruck kommen.
Ich teile Deine Ansicht, dass Verhaltenstherapie hier zu kurz greift, weil sich m. E. die Ängste, wenn sie nicht limbisch entkoppelt werden, eine andere Ebene suchen, auf der sie sich ausdrücken.
Mir scheint der effektivste Weg zu sein, die Ursprungsängste, die sich hinter der Hypochondrie zeigen, aufzudecken und diese limbisch zu entkoppeln. Bei meinem Patienten kam in der ROMPC®-Behandlung zum Vorschein, dass ihn die Angststörungen des Vaters in der Kindheit massiv belastet haben.
Ich bin gespannt auf die kommenden ROMPC®-Behandlungen mit ihm.
Viele Grüße
Petra Franz