Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Können Sie abschalten?

Abschalten

Rolf, 28 Jahre alt, hat vor kurzem in seiner Firma eine äußerst verantwortungsvolle Aufgabe übernommen: Er habe die Einsätze des Außendienstes zu koordinieren, sagte er. Dabei handele es sich um ein Team von 25 Personen, die mit Servicemaßnahmen beim Kunden betraut seien.

Rolf berichtete, dass er ständig improvisieren müsse, weil die Einsatzplanungen, die er am Vortag sorgfältig vorgenommen habe, am Folgetag immer wieder verworfen würden. Weil Mitarbeiter plötzlich erkrankt seien, Ersatzteile vom Lieferanten nicht rechtzeitig geliefert würden oder ein sog. „Premium-Kunde“ bevorzugt bedient werden müsse.

Rolf erklärte, dass die ständigen Ungewissheiten seines Jobs ihn in hohe Spannung versetzten und dass es ihm am Abend, wenn er nach Hause kommen würde, schwer fiele, Ruhe zu finden und abzuschalten.

Er schlafe schlecht, weil seine Gedanken unentwegt um mögliche Notfallpläne kreisten, um allen Eventualitäten im schlimmsten Fall noch gerecht zu werden. Dabei ginge ihm ein Satz nicht aus dem Kopf, gegen den er immer größere Mühe habe, innerlich anzukämpfen: „Das schaffe ich nie!“

Jeden Morgen, wenn er von der Nacht zermürbt und völlig unausgeschlafen erwache und sich vorstelle, was ihn an diesem Arbeitstag wohl erwarten würde, dann habe er diesen Satz auf den Lippen. Immer dann, wenn er sich während des Tages mit einer unvorhersehbaren Situation konfrontiert sähe, dann seien ihm der Satz „Das schaffe ich nie!“ ständig präsent. Mit diesen Worten begännen die endlosen Schleifen seiner inneren Selbstgespräche. Und er bekäme sie einfach nicht aus dem Kopf.

Es ist klar, dass der Satz, unter dessen Bann Rolf ganz offensichtlich stand, in seinen inneren Dialogen dazu beitrug, den Stress erheblich zu erhöhen und gewissermaßen dazu führte, einen psychologischen Zwei-Fronten-Krieg zu eröffnen: Zum einen hatte Rolf die zugegebenermaßen schwierige Aufgabe seines Jobs zu meistern. Zum anderen war er jedoch die meiste Zeit damit befasst, gegen dieses entmutigende „Das schaffe ich nie!“ innerlich anzukämpfen. Es war also nur eine Frage der Zeit, wann Rolf aus dieser Doppelbelastung als Verlierer hervorgehen würde.

Im Gespräch mit Rolf hatte ich, Thomas Weil, als Berater keine Chance, ihm die Unsinnigkeit seines entmutigenden Satzes deutlich zu machen. Eines Satzes, dessen Botschaft bei Lichte betrachtet die realistische Grundlage insofern fehlte, als Rolf in den wenigen Wochen, in denen er die Funktion des Einsatzleiters erst ausübte, alle Aufgaben erfolgreich bewerkstelligt hatte. Er hatte einen guten Job gemacht. Und die ersten Rückmeldungen seiner Vorgesetzten waren durchaus sehr positiv. „Ich bekomme den Satz einfach nicht aus dem Kopf“, sagte er immer wieder und blickte mich dabei hilflos an.

Es brachte also nichts, sich weiter darum zu bemühen, Überzeugungsarbeit für das Frontalhirn zu leisten. Zu heftig war die Attraktion dieses Satzes, „Das schaffe ich nie!“, der – jedes Mal, wenn er gedacht oder gesprochen wurde – das limbische System derart in Panik versetzte, dass es den inneren Stress auf existentielles Niveau hochschnellen ließ.

Im Unterschied zum Frontalhirn ist das limbische System nicht in der Lage, die inhaltliche Bedeutung von Sätzen zu verstehen. Es reagiert mit Alarm, wenn entsprechende Sätze als Trigger fungieren, weil sie einen wunden Punkt in der Amygdala berühren, der auf eine Verletzung zurückgehen mag, von der dieses Organ sich noch nicht hinreichend erholt hat. Vor diesem Hintergrund bot sich im Falle von Rolf geradezu an, dessen destruktiv-selbsthypnotischen Satz als Trigger zu verstehen und mit den Entkoppelungstechniken des ROMPC® das verschreckte archaische Hirnsystem zu beruhigen:

Klopfakupunktur für den Thymus-Punkt auf dem Brustbein, den Augenbrauenpunkt, den Augenwinkelpunkt und dem Punkt unter dem Auge.

Um die Wirksamkeit der ROMPC®-Behandlung zu erhöhen, habe ich den Satz in seine Einzelkomponenten, seine Einzelwörter, zerlegt und Rolf gebeten, jeweils eines der Wörter seines Satzes zu murmeln, während ich den Stress des jeweiligen Teil-Triggers ebenfalls mit den genannten Entkoppelungstechniken behandelte und aufgelöst habe.

Nachdem den Einzelwörtern „das“ – „schaffe“ – „ich“ – „nie“ der Reihe nach die negative Ladung entzogen war, fragte ich Rolf, wie es ihm ginge, wenn er an seinen Satz jetzt denken und ihn aussprechen würde. Rolf sagte, „Das schaffe ich nie!“, schüttelte seinen Kopf dabei und war verblüfft, wie fremd ihm diese Worte geworden waren. Er war außerstande, die Spannung und Panik zu reaktivieren, die immer dann aufgetreten war, wenn er im Banne seiner destruktiven Selbsthypnose stand. An diesem Abend schlief Rolf sofort ein und wachte am folgenden Morgen entspannt und ausgeruht auf. Er wusste, dass er improvisieren konnte und dass er flexibel genug war, um mit wechselnden Herausforderungen angemessen umzugehen. Rolf hatte gelernt abzuschalten.

Wenn solche und ähnliche Aussagen wie bei Rolf Ihre inneren Dialoge beherrschen, wenn sich Ihre Gedanken grübelnd im Kreise drehen, wenn Sie immer wieder dieselben Argumente und Überlegungen wälzen, ohne Ruhe finden, abzuschalten und sich entspannen zu können, dann konzentrieren Sie sich auf die Schlüsselsätze Ihrer Selbstgespräche, die den Motor der Endlosschleifen Ihrer inneren Zwiesprache am Laufen halten. Zerlegen Sie diese Schlüsselsätze in ihre Einzelbestandteile und behandeln Sie jedes Wort so, als ob es ein eigenes Stress-Thema wäre. Nutzen Sie dabei die oben beschriebenen Entkoppelungstechniken des ROMPC®. Sie werden erstaunt sein, wie schnell Sie auf diese Weise dem inneren Spuk ein Ende machen und Ihren Kopf wieder frei bekommen.

Quelle:
Thomas Weil: Endlich frei von Stress.
Innere Blockaden lösen mit ROMPC®,
MEW Medienedition Weil e.K.
Kassel 2010, 2. erweiterte Auflage

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