Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Der Fuß gehört nicht zu mir

Fuß

Frau F. hat sich unsere Praxis als Beratungsstelle ausgewählt, weil „die Podologin und der Hausarzt sonst keine Ruhe gäben und sie schon einiges Gutes von unserer Beratungsarbeit und unserer Methode gehört habe“, wie sie sagt. Dennoch beantwortet die schick gekleidete und sehr gepflegt wirkende Klientin meine Fragen nur zögerlich.

Sie lebe allein mit ihrem kleinen Hund, ihr Mann sei schon vor 15 Jahren verstorben. Ihre erwachsenen Kinder leben in der Nähe, besuchen sie oft und rufen täglich an. Sie fühle sich rundum wohl und pflege viele freundschaftliche Kontakte und liebe vor allem die monatlichen Theaterbesuche mit ihrer Nachbarin.

Auf meine Nachfrage hin, mit welchem Thema sie ihre Podologin und ihr Hausarzt denn nicht in Ruhe ließen, erzählt sie leise, dass sie seit vielen Jahren Diabetikerin sei. Sie komme eigentlich ganz gut mit den Insulininjektionen, die sie sich selbst verabreicht, und ihrem Ernährungsplan zurecht. Und darüber wolle sich auch nicht so gern sprechen, aber jetzt sei sie nun einmal hier und es müsse wohl sein.

Seit gut fünf Monaten fühle sie nun ihren rechten Fuß nicht mehr so richtig. Bedingt durch die Diabetes-Erkrankung funktioniert die Durchblutung angeblich nicht mehr optimal, aber Schmerzen spüre sie überhaupt nicht. Plötzlich wird sie richtig wütend und schimpft laut: „Damit sei doch wirklich alles in Ordnung“. Aber angeblich hätte sie Wunden an den Zehen, die täglich behandelt werden müssten und sie solle am besten zu einem Pflegetherapie-Stützpunkt für Menschen mit chronischen Wunden gehen, wo man sie optimal versorgen könne. Ihr Hausarzt habe da so ein Schreckgespenst von einer drohenden Amputation an die Wand gemalt. Dass er sie so erschrecken wolle, könne sie gar nicht verstehen. Wie gesagt, sie hätte keine Schmerzen und sähe selbst auch keine Wunden. Das bisschen Hornhaut könne die Podologin entfernen und ansonsten solle man sie doch bitte in Ruhe lassen, so lange sie so noch so gut laufen könne.

Außerdem hat ihr Hausarzt gesagt, sie müsse seinen Therapieempfehlungen folgen, damit ihr geholfen werden kann. Das tue sie ja, sie spritze sich das Insulin und esse entsprechend und was er mit ihrem Fuß immer habe, verstehe sie absolut nicht, denn sie spüre doch gar nichts.

„Ich will einfach nicht, dass dieser kranke Fuß zu mir gehört!“

ROMPC®-Berater und -Therapeuten können Patienten mit eingeschränkter Selbstakzeptanz und mangelnder Kooperationsbereitschaft helfen, sich ihrer Erkrankung und ihren Symptomen und Erscheinungsbildern zu öffnen und die erforderlichen Therapien zu akzeptieren.

Dabei geht es vor allem darum, heilsame Beziehungserfahrungen zu machen, die die verloren gegangene Selbstakzeptanz unterstützen sowie die limbischen Blockaden zu lösen, die für die mangelnde Kooperationsbereitschaft verantwortlich sind.

Susanne Kuckuk