Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Hormone Balance vs. Work-Life-Balance

Thomas Weil

25.10.2012

Thomas Weil

Worum geht´s?

In der betrieblichen Gesundheitsförderung ist immer wieder davon die Rede, die sog. „Work-Life-Balance“ bei Führungskräften und Mitarbeitern müsse verbessert werden. Im Vordergrund entsprechender Maßnahmen steht das Bemühen, Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen.
Sicher eine lohnende Herausforderung, die immer wieder vernachlässigt wird!

Die Konzepte der Work Life Balance greifen jedoch in der Regel nicht, wenn es darum geht, die Burnout-Gefährdung von Arbeitnehmern abzuwenden. 

Der Begriff „Work Life Balance“ ist irreführend,  bzw. er nährt weit verbreitete Irrtümer:

1. Irrtum

Work Life Balance legt die Vermutung nahe, Beruf und Leben müssten ausbalanciert werden. Dadurch wird der Eindruck erweckt, das eigentliche Leben fände neben dem Berufsbereich statt. Und eine Spaltung beider Lebensbereiche wird nahe gelegt. Zutreffend ist jedoch, dass der berufliche - oftmals größere - Bereich ebenso ein Teil des Lebens ist wie der Privatbereich. 

Deshalb kommt es darauf an, für die „psycho-somatische“ Balance in beiden Bereiche Sorge zu tragen. Mangelnde Balance in einem der beiden Felder führt früher oder später zu mangelnder Balance in dem anderen Feld.

2. Irrtum

Ein weit verbreiteter Irrtum ist der Glaube, Beruf sei stets mit Anspannung, das Privatleben stets mit Entspannung verbunden. Ein gesundes Maß von Anspannung und Entspannung sollte jedoch in beiden Bereichen gegeben sein. Wer sich in seinem Beruf nicht entspannen kann, wird auch seine beruflichen Erfolge nicht genießen können. Wer im privaten Bereich keine Anspannung erlebt, dessen Freizeitgestaltung sowie dessen private Beziehungen werden fade und langweilig.

3. Irrtum

Weil sie glauben, beruflicher Erfolg mache glücklich, versuchen viele Menschen, aus ihren beruflichen Aktivitäten die wesentliche Erfüllung ihres Lebens zu ziehen. Wenn dies zunächst gelingt, sind die Betreffenden glücklich, und ihre berufliche Performance steigt. Wenn dabei jedoch die privaten und beruflichen Beziehungen zu anderen Menschen vernachlässigt werden und die berufliche Leistung zum alleinigen „Glücksbringer“ erkoren wird, kommt es nach einer vorüber gehenden Zeit des narzisstischen Höhenfluges zu einer Steigerung des „emotionalen Hungers“ - begleitet von dem inneren Gefühl der Leere, in dessen Folge die berufliche Performance zunehmend sinkt. Die berufliche und private Unzufriedenheit steigt. Das Glücksgefühl geht in beiden Feldern verloren.

Hormone-Balance

Wenn der innere „Hormoncocktail“ in unserem limbischen System stimmt, das heißt: ausbalanciert ist, sind wir glücklich und stresstolerant. Dann haben wir gute Chancen, dem Burnout zu entgehen und unsere berufliche und private Lebensqualität zu steigern. Hierbei haben drei Schlüsselhormone für unseren Hirnstoffwechsel eine heraus ragende Bedeutung:

  • Oxytocin - das „Bindungshormon“ 
In einem Klima von Wertschätzung und Akzeptanz und in der respektvollen Bezogenheit auf andere Menschen wird dieses Hormon ausgeschüttet. Oxytocin macht uns bindungsfähig und ermöglicht befriedigende Beziehungen in wechselseitiger Anteilgabe und Anteilnahme.
  • Dopamin - das „Erfolgshormon“Wenn wir erfolgreich sind und uns für unsere Erfolge belohnen, dann wird dieses Hormon ausgeschüttet. Wenn der Dopamin-Spiegel steigt, steigt unsere Motivation, Herausforderungen anzupacken. Wir performen.
  • Endorphin - das „Glückshormon“Wenn wir das, was wir erleben und tun als sinnvoll erachten und wenn wir uns in unserem Leben von lohnenenden Visonen leiten lassen, kommen die Endorphine zur Ausschüttung: wir sind glücklich.

Bitte fragen Sie sich:

Wie sehr lassen Sie sich in Ihrem Berufs- und Privatleben davon leiten,
dass „Bindung und Beziehung“, „Erfolg und Belohnung“ sowie „Vision und Sinn“ im Einklang stehen bzw. ausbalanciert sind?
Welche beruflichen und privaten Beziehungen, die Ihnen gut tun, kommen derzeit zu kurz? Wie können Sie diese Beziehungen intensivieren und pflegen?
Wie feiern Sie Ihre Erfolge, und wie belohnen Sie sich? Was könnten Sie sich endlich mal wieder gönnen?
Wie können Sie Ihre kostbare Lebenszeit in höherem Maß für Aufgaben und Aktivitäten verwenden, die wirklich sinnvoll sind? 
Von welcher Lebensperspektive lassen Sie sich leiten?
Was werden Sie tun oder lassen, um Ihre Hormone Balance auszubalancieren?

Quelle:
Thomas Weil
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