Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Der Druck ist "pink"

Martina Erfurt-Weil

20.05.2007

Martina Erfurt-Weil 

Worum geht´s? 

Die Kombination von impressivem ROMPC® (Druckgefühl und Thymusklopfen) und expressivem ROMPC® (Ausatmen, Spucken und Treten) als symbolisches Ausagieren von unterdrückten Gefühlen kann akuten schulischen Stress unmittelbar reduzieren, das Energieniveau heben und den Ressourcenzugriff des Schülers wieder ermöglichen, ohne ihn einer kognitiven Analyse und der „Aufarbeitung“ seines Problems gegen den meist vorhandenen Widerstand aussetzen zu müssen.

Aus der Praxis 

Da sitzt also so ein „Kleiner“ vor einem und sagt mit der Pfiffigkeit eines 10-Jährigen: „Mach´s aber heute kurz. Ich will noch in den Comic-Laden, und der macht um sechs Uhr zu.“

Auf meine Frage: “Wie geht´s denn so in der Schule?“, weicht die Verschmitztheit aus seinem Gesicht. Er lässt die Schultern hängen und brummelt traurig vor sich hin: “Darüber will ich gar nicht reden, das ist nur doof.“
„Tja, wie mache ich nun in der kurzen Zeit weiter?“, frage ich mich. Zunächst versichere ich ihm, dass er darüber nicht reden müsse, dass ich jedoch sähe, wie dieses Thema ihn erschöpft und müde machen würde. So als läge ein großer Druck auf ihm. Jetzt schaut er zum ersten Mal wieder hoch und nickt.

Ich biete ihm an, sich auf dem Sofa etwas auszuruhen, was er auch gerne annimmt. Während er sich ausstreckt, erkläre ich ihm, dass es ihm helfen könne, wenn er sich den Druck als Farbe vorstellen und darauf achten würde und, wo die Farbe in seinem Körper wohl säße.

Sofort fällt ihm ein: „Der Druck ist pink, und Pink mag ich nicht.“

Ob er sich mal auf ein Experiment einlassen wolle, frage ich ihn. Nämlich „Pink“ zu sagen, während ich auf seinen Thymuspunkt in Höhe des Brustbeins klopfen würde. Und er möge schauen, wie die Farbe in seinem Körper wandert. 
Neugierig nimmt er den Vorschlag an. „Pink – pink – pink – klopf – klopf – klopf“ ... verändert sich zu „bing – bing – bing“ und ein erstes Lachen ist da. Die Farbe Pink wandert von der linken unteren Rippenseite hinauf in die Magengegend. Ich erläutere ihm, dass der Körper mehrere Ausgänge habe und er schmunzelt. Ich sei gespannt, sage ich ihm, für welchen Ausgang sich das Pink wohl entscheiden würde.

Mit Thymusklopfen und „pink“ wandert das Druckgefühl in seine Kehle und erreicht schließlich die Zunge. „Aha, da will es also raus!“

„Psycho-logisch“ spuckt er das „Pink“ auf die Sofakante. „Soll es da etwa bleiben?“ – “Nein!“ Gemeinsam schieben wir es auf den Boden. Da hat er die Idee, das „Pink“ mit den Füßen in den Teppich zu treten und trampelt lustig drauf los, bis es für ihn weg ist. 

Zum Glück ist das „Pink“ für den Rest der Welt unsichtbar und mein Teppich dunkelgrau. Der „kleine traurige Junge von vorhin“ ist mit einem Mal frisch und wach und freut sich über seinen Erfolg. 

Als sein Papa ihn abholt, ruft er ihm freudestrahlend zu: „Du Papa, ich weiß jetzt, was du machen musst, wenn du wieder mal Stress hast.“

Zur Behandlung 

Eine klassisch therapeutische Sitzung kann man in diesem Fall so ziemlich vergessen. Zum einen reden Kinder und Jugendliche nur mit großer Verlegenheit über ihre Probleme. Meistens sind sie von ihren Eltern geschickt, weil sie die erwarteten schulischen Leistungen nicht bringen.

Zum anderen hört man aus ihren Äußerungen und Bewertungen den Originalton der Eltern: „Du bist selbst schuld, weil du nicht genug übst“, ohne einen familientherapeutischen Auftrag zu haben.

Hier also kann die Kombination von impressivem ROMPC® (Druckgefühl und Thymusklopfen) und expressivem ROMPC® (Ausatmen, Spucken und Treten) als symbolisches Ausagieren von unterdrückten Gefühlen akuten schulischen Stress unmittelbar reduzieren, das Energieniveau heben und den Ressourcenzugriff des Schülers (z.B. hier auf seine Pfiffigkeit) wieder ermöglichen, ohne ihn einer kognitiven Analyse und der „Aufarbeitung“ seines Problems gegen den meist vorhandenen Widerstand aussetzen zu müssen. 

Wir begegnen dem Druck spielerisch – in diesem Falle heißt das: limbisch. In diesem Sinne hat sich für mich in meiner psychotherapeutischen Praxis ROMPC® in der Anwendung von schulischem Stress sehr bewährt.