Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Ausbilder im Dialog: ROMPC® und Psychopharmaka

Heinz-Günter Andersch-Sattler

Heinz-Günter Andersch-Sattler

Thomas Weil

Thomas Weil 

25.07.2007

Worum geht´s? 

Psychopharmaka können den Behandlungserfolg des ROMPC® beeinträchtigen oder sogar paradoxe Reaktionen des Klienten provozieren.

Heinz-Günter Andersch-Sattler:

In der Supervision ist die Frage nach den Auswirkungen von Psychopharmaka auf den kinesiologischen Muskeltest und die ROMPC®-Behandlungstechniken aufgekommen. Ich war mir da nicht sicher, habe versucht das nachzuschlagen und habe aber nirgends etwas dazu gefunden. Weißt du Näheres? 

Thomas Weil:

Gesicherte Erkenntnisse gibt es bis heute leider nicht. Dennoch einige Hinweise, die vielleicht weiter helfen können:
Tranquilizer (besonders beliebt Valium und die sog. Diazepame) wirken dämpfend bzw. beruhigend, weil sie im Hirn auf breiter Front Synapsen blockieren. Deshalb kann man davon ausgehen, dass sich ROMPC® und Tranquilizer nicht vertragen: Das data processing wird unterbrochen. Dasselbe gilt, wenn Alkohol und andere Psychodrogen genommen werden - und natürlich auch für Barbiturate (Schlafmittel). Deshalb ist beim Gebrauch dieser Substanzen auf die Resultate des kinesiologischen Muskeltests kein Verlass. Und der Erfolg der ROMPC®-Behandlungstechniken steht erheblich in Frage.

Reine Antidepressiva und Neuroleptika wirken - was die Blockierung von Synapsen betrifft - eher spezifisch, indem sie nur spezielle Synapsen blockieren. Von daher kann man bei zwingend erforderlichem Einsatz dieser Psychopharmaka meines Erachtens nach den Einsatz von ROMPC® wagen, sollte aber immer ins Kalkül ziehen, dass es zu paradoxen Reaktionen kommen kann. Besondere Vorsicht ist allerdings dann angesagt, wenn pharmakologische "Coktails" verordnet wurden; das heißt Kombinationspräparate aus Antidepressiva und Tranquilizern. Um zu beurteilen, ob es sich bei dem verordneten Präparat eines Klienten um ein solches Kombinationspräparat handelt, hilft ein Blick in das ständig aktualisierte Fachbuch der "Bitteren Pillen" weiter. 

Neuroleptika blockieren eine emotionale Überschwappung des Frontalhirns und steigern die Realitätskontrolle und Denkfähigkeit. Das ist zum Beispiel bei bestimmten psychotischen Störungen (vor allem des schizophrenen Formenkreises) durchaus erwünscht. Daher sollte man mit der Anwendung von "expressiven ROMPC®-Techniken" eher zurückhaltend sein, da sie die emotionale Überflutung des Klienten verstärken können.

Neuroleptika können außerdem die Motilität des Klienten beeinträchtigen. Dies führt mitunter auch zu einer eingeschränkten Beweglichkeit der Augen. Deshalb sollte man bei Verabreichung von Neuroleptika als Behandler auf die Anwendung der Behandlungstechnik der "induzierten Augenbewegungen" vorerst verzichten. Bei Krankheitsbildern, die den Einsatz von Neuroleptika erforderlich machen, sollten ohnehin eher die "impressiven Techniken" der Klopfakupunktur genutzt werden - und diese auch nur im Sinne des "horizontalen ROMPC®", das dazu geeignet ist, die Stabilität des Klienten zu fördern.

Antidepressiva können beim Klienten eine latente Suizidalität freisetzen. Deshalb ist bei Verabreichung dieser Medikation stablisierenden Behandlungstechniken, das heißt dem Einsatz des "horizontalen ROMPC®", ebenfalls zunächst der Vorzug zu geben.

Auf keinen Fall sollte man ohne Abstimmung mit einem psychiatrischen Facharzt einem Klienten den Rat erteilen, die verordnete Medikation eigenmächtig abzusetzen. Insbesondere Neuroleptika müssen nämlich unter ärztlicher Kontrolle langsam ausgeschlichen werden. Sonst kann es zu schweren gesundheitlichen Komplikationen kommen. 
Bisweilen wird bei den sog. "bipolaren Depressionen" in der manischen Phase den manisch-depressiven Patienten Lithium verabreicht. Lithium ist dazu geeignet, die schlimmsten Auswüchse einer Manie abzufangen. Wie dieses Präparat mit ROMPC® zusammengeht, weiß ich nicht. Allerdings gilt für Lithium dasselbe wie für die oben genannten Neuroleptika: auf keinen Fall eigenmächtig absetzen, weil es zu schweren psychischen und körperlichen Komplikationen kommen kann. 

Und nicht vergessen: Die Behandlung von Störungen mit Krankheitswert ist ausschließlich den dazu befugten Fachpersonen der zugelassenen Heilberufe gestattet.