Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

ROMPC® bei Apallikern

Thomas Griebenow

31.03.2009

Thomas Griebenow

Worum geht´s?

Menschen im Wachkoma (Apalliker) leben in ihrer eigenen Welt. Was sie wirklich mitbekommen, wenn wir mit ihnen kommunizieren, ist uns nicht immer klar. Dennoch beobachten wir Reaktionen, die wir nicht zweifelsfrei zuordnen können. Was aber doch klar sein kann, ist dass sie Angst haben und diese auch (unwillkürlich) zeigen können. Diese Angst ist zwar undefiniert, kann aber gut mit ROMPC® behandelt werden.

Ein fast typischer Fall 

Ein Patient, der nach einem Herzinfarkt wiederbelebt wurde, liegt seit über 4 Jahren im Wachkoma. Seine Familie pflegt ihn zu Hause. Er ist ein einem gut gepflegten Zustand. Seit Jahresbeginn betreue ich diese Familie und den Patienten in der ambulanten Pflege.

Der Apalliker reagiert auf Ansprache und Zuwendung mit Augenbewegung in die richtige Richtung. Bei meinem ersten Erscheinen war ein deutlicher Spasmus feststellbar, der sich reduzierte, wenn eine vertraute Person sich um ihn kümmerte. Die Familie gab mir zu verstehen, dass es sehr lange dauern würde, bis er auch bei mir entspannt bleiben könne.

In Absprache mit der Ehefrau begann ich nach einigen Tagen ROMPC® einzusetzen, und der Patient wurde binnen Minuten enstpannt. Jeglicher Spasmus löste sich. Der behandelnde Ergotherapeut war überrascht, wie weit und weich sich der Patient danach durchbewegen ließ.

Zur Zeit reagiert der Patient sofort mit Spasmus und Unruhe, wenn ihm etwas weh tut oder Probleme auftauchen. Auch hier hilft ROMPC® unterstützend, um diesen Zustand nachhaltig zu verändern.

Zur Zeit installiere ich für alle Beteiligten ein Behandlungsritual mit verschiedenen ROMPC®-Entkoppelungstechniken, so dass auch die anderen Pflegekräfte und Therapeuten eine erfolgreiche Pflege und Therapie bei diesem apallischen Patienten ausführen können. Diese kleinen ritualisierten Behandlungseinheiten können jeweils zu Beginn der entsprechenden therapeutischen Maßnahme eingesetzt werden.

Wie es funktioniert

Bei Apallikern sind Rituale wichtig, so wie eine immer gleichlautendende Begrüßung und Verabschiedung vom Patienten. Der Aufbau des ROMPC®-Rituals sollte möglichst schrittweise erfolgen. Ein leichtes Klopfen auf den Zeigefingerpunkt und Augenwinkelpunkt sollten am Anfang genügen. Dem Patienten muss natürlich vorher gesagt werden, dass etwas neues eingesetzt wird. Wenn der Patient daurch nicht spastisch reagiert, können die Affirmation und Klopftechnik individuell aufgebaut werden. Jeden Tag etwas mehr.

Das im beschriebenen Fall verwendete ROMPC®-Ritual beginnt mit der Affirmation "Ich akzeptiere mich, auch wenn ich gerade nichts tun kann". Die Affirmation wird vom Behandler stellvertretend laut vorgesprochen. Als Klopfpunkte nutze ich alle Punkte der Reihe nach und bewege die Arme und Finger entsprechend der Bobath-Technik, um weitere Spasmen zu verhindern.

Bei starker Unruhe nutze ich alternativ oder ergänzend die Affirmation "Ich akzeptiere mich, auch wenn ich Angst / Unruhe habe". Eventuell verwende ich in diesem Zusammenhang auch nur die Augenpunkte, Zeige- und Mittelfinger und den Thymuspunkt.

Apalliker können sich auch noch nach mehreren Tagen an eingespielte Rituale erinnern.