Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Die etwas gelassenere Art zu erziehen: Stressbewältigung für Eltern durch ROMPC®

Ute Lörcher

27.12.2009

Ute Lörcher

Worum geht´s?

Ein hohes Stressniveau bewirkt, dass der Zugang zu vorhandenem Wissen, bewußtem und angemessenem Verhalten, Emotionalität wie auch Einfühlungsvermögen zumindest teilweise blockiert werden. Genau das aber sind Ressourcen, die wir im Umgang mit Kindern ständig in hohem Maße benötigen. Durch ROMPC® werden Eltern dazu befähigt, eigenen Stress zu reduzieren und ihre Kinder gelassener zu erziehen.

Eltern unter Stress

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass auch Eltern zunehmend durch Stress sehr belastet sind. So klagen laut einer aktuellen repräsentativen Befragung der Techniker Krankenkasse 95 Prozent aller Hausfrauen und Mütter über Stress, der bei 38 Prozent der Befragten sogar ständig andauert. Stress ist in dieser Gruppe somit häufiger anzutreffen als bei Führungskräften in der Wirtschaft. Die Mitautorin der Studie, Inga Lund, gibt an, dass sowohl finanzielle Ängste als auch die hohen Erwartungshaltungen im Kopf der Eltern zu erhöhtem Stress führen.

Stress wirkt sich dabei körperlich wie seelisch auf die Gesundheit der Betroffenen aus. Sieben von zehn Hausfrauen bzw. Hausmännern - deutlich mehr als der Bevölkerungsschnitt – klagen über Muskelverspannungen und Rückenschmerzen, dahinter rangieren Erschöpfung und Burnout. Auch Ängste, Schlafstörungen oder Depressionen sind in dieser Gruppe häufiger zu treffen als anderswo. Studien über die Situation von Alleinerziehenden kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

Ein hohes Stressniveau bewirkt, dass der Zugang zu vorhandenem Wissen, bewußtem und angemessenem Verhalten, Emotionalität wie auch Einfühlungsvermögen zumindest teilweise blockiert werden. Genau das aber sind Ressourcen, die wir im Umgang mit Kindern ständig in hohem Maße benötigen.

Herkömmliche Elternschulen vermitteln in erster Linie Wissen um angemessene Verhaltensweisen unter Berücksichtigung von Entwicklungsaufgaben und -bedürfnissen von Kindern und üben diese Verhaltensweisen auch ein.

Wie gerade dargestellt, ist der Zugriff auf diese Ressourcen unter Stress aber erschwert. Hier stellt sich also die Frage, ob die herkömmlichen Konzepte gerade in belasteten Lebenssituationen, wie z. B. nach Trennung, Veränderungen in der Arbeitswelt, alleinerziehend sein, Gleichzeitigkeit von Aufbau beruflicher Existenz und Gründung einer Familie, usw. ausreichend greifen. 
Die etwas gelassenere Art zu erziehenDas Konzept „Die etwas gelassenere Art zu erziehen. Stressbewältigung für Eltern durch ROMPC®“ kombiniert daher Elternschulkonzepte mit den Erkenntnissen und Methoden von ROMPC®.

ROMPC® ist ein neues neuropsychologisches, beziehungsorientiertes und integratives Verfahren, das Erkenntnisse der Neurobiologie und Psychotraumaforschung konzeptionell berücksichtigt. Die Methode ist darauf ausgerichtet, die durch Stress gestörten Datenverarbeitungsprozesse im limbischen Teil des Gehirns anzuregen und dortige Übermittlungs-Probleme in das Frontalhirn zu beseitigen. Somit erweitert ROMPC® die eher Frontalhirn-orientierte Arbeitsweise der traditionellen Therapie-, Beratungs- und Coaching-Verfahren.

Das Konzept

Im folgenden werde ich das Konzept beispielhaft in der Arbeit in einer Mutter-Kind-Klinik darstellen:

Die Teilnehmerinnen sind Mütter mit einem oder mehreren Kindern, alleinerziehende sowie auch verheiratete Mütter, Mütter mit kleinen Kindern, aber auch mit Mütter deren Kinder schon Teenager sind.

Anfangs wird die Stressbelastung der Mütter ermittelt. Dazu stellen sich die teilnehmenden Mütter an einer gedachten Skala 0–10 (0 ist gar nicht belastend, 10 ist die höchste Belastung) im Raum nach Einschätzung des eigenen Stressniveaus im letzten halben Jahr auf. Erfahrungen zeigen hier, dass sich ca. dreiviertel aller teilnehmenden Mütter im Bereich 8–10 einordnen, der Rest ordnet sich in der Regel zwischen 6–8 ein. In Rückmeldungen wird deutlich, dass dieses sichtbare Ergebnis als „erschreckend“ wahrgenommen wird.

Nachfolgend werden in der Theorie herkömmliche Stress-Modelle wie auch die neurophysiologischen Abläufe vermittelt, in praktischen Übungssequenzen werden erste eigene Stressverhaltensmuster und stresserzeugende Gedanken erabeitet. Desweiteren werden allgemeine Stressbewältigungstechniken und deren Wirkung erklärt und vermittelt. Abschließend wird ein erster individueller stresserzeugender Gedanke mit einer ROMPC®-Atemtechnik entkoppelt.

Vertiefend wird das aus der Transaktionsanalyse abgeleitete ROMPC®-Modell der “superlativistischen Selbstansprüche” eingeführt, durch das die individuellen, unkontrollierbaren Stress erzeugenden Gedankenmuster erarbeitet werden. Gleichzeitig wird das Thema „Bedürfnisse“ aufgegriffen. Am Ende der Einheit besteht die Möglichkeit, mit Hilfe von spezifischen ROMPC®-Affirmationstechniken, innere Blockaden zu lösen.

Es wird ausreichend Möglichkeiten zum gegenseitigen Austausch geboten, so dass auch verschiedenen Beziehungsbedürfnissen Raum gegeben wird.

Feedback

Abschließend sei hier beispielhaft die Rückmeldung einer Mutter nach der Gruppenarbeit angeführt. Sie berichtete am Anfang, dass sie große Schwierigkeiten im Umgang mit ihrer zweijährigen Tochter habe. Sie würde sich immer wieder aggressiv der Tochter gegenüber verhalten und sich dabei gar nicht mehr selbst erkennen. Nach der ersten Gruppenarbeit mit der vermittelten Atem-Entkoppelungstechnik sei es ihr gelungen, Abstand zu diesen Situationen zu gewinnen, sich quasi neben sich zu stellen, tief durchzuatmen und sich zu fragen: „Was will ich jetzt eigentlich und wie kann ich es erreichen?“ Sie war sehr dankbar für diese wirksame Methode.

Andere Teilnehmerinnen äußerten sich dahingehend, dass sie froh darüber gewesen seien, dass sie sich durch die vermittelten Erklärungsmodelle und ihr Verhalten besser verstehen und einordnen konnten und sie sich weniger verurteilen würden. Allgemein wurde immer wieder zurückgemeldet, dass Bedarf nach weiteren entsprechenden Angeboten bestünde.