Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Lernblockaden bei Jugendlichen mit ROMPC® entkoppeln

Norbert Freund

02.09.2010

Norbert Freund

Worum geht´s?

Oft werden Lernschwierigkeiten von jungen Schülerinnen und Schülern mit zum Beispiel Legasthenie oder Dyskalkulie diagnostiziert. Ich konnte in einigen Fällen nachweisen, dass mangelhafte schulische Leistung nicht auf klassischen Lernschwächen beruhen, sondern auf besonders hartnäckigen Stressoren und Ängsten, die sich der Jugendliche irgendwann in seinem Leben zugezogen hat. Es handelt sich bei Lernschwächen häufiger um Stressoren, die sie verursachen, als um kognitive Mängel. Durch meine ROMPC©-Ausbildung bin ich auf diese Idee gekommen. Mit ROMPC© lassen sich viele Lernstörungen in relativ kurzer Zeit beheben. ROMPC© ist inzwischen ein fester Bestandteil meiner Coachingarbeit geworden, auch im Wirtschaftscoaching, im Business.

Sich mit dem Klienten ‘in ein Boot’ setzen

Wichtig ist, dass man seinem Klienten klar macht, dass man kein zusätzlicher ‘Lehrer Lempel’ ist, sondern ein Verbündeter. Jemand, der genau weiß, dass das Problem, das der Jugendliche hat, nicht in seinen eigentlichen Begabungen und Fähigkeiten liegt, sondern durch andere Umstände verursacht wird. Und vor allem immer dann, wenn er es am wenigsten braucht, nämlich in Prüfungen. Kaum liegt der Prüfungsstoff auf dem Tisch, geht es plötzlich los: die Konzentration ist dahin, die Aufgabenstellungen kommen einem unbekannt vor, trotz intensivstem Lernen, fällt einem nichts mehr ein. Es hagelt statt guter Zensuren lauter Fetzen.

Gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, die Jugendlichen nach ihren störenden Gedanken, störenden Gefühlen und störenden Körperreaktionen zu fragen, um den genannten Störphänomenen mit den ROMPC®-Entkoppelungsmechanismen die negative Ladung zu entziehen. Wichtig ist, dass man dem Jugendlichen immer wieder Mut macht, dass er über die Fähigkeiten, Kompetenzen und Mittel verfügt, um seine Schule zu meistern. Meistens büffeln die Betroffenen fleißig und kommen trotzdem auf keinen grünen Zweig. Hier heißt es: loben, loben und noch einmal loben.

In drei Sitzungen von Note 5 auf Note 2

Ich erinnere mich sehr gut an meinen 17jährigen Klienten, der im Fach Rechnungswesen hoffnungslos daneben lag. Er hat schon eine Klasse - vor allem deswegen - wiederholen müssen. Seine Eltern waren ratlos, mein Klient auch. Als mir die Mutter die Situation schilderte, wurde mir immer klarer, dass es irgendwo eine Angst geben muss, die dieses Desaster jedes Mal auslöst. Umso unverständlicher für die Mutter, weil der Junge ansonsten recht selbstbewusst und sicher wirkte. Nur in der Schule nicht. Mein Klient hat dermaßen unter dieser Belastung des vermeintlichen Nichtkönnens gelitten, dass auch andere Schulfächer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Eltern schreckten etwas davor zurück, dass das Ganze wieder Geld kostet. ‘Teure’ Nachhilfestunden hatten ja auch nichts genutzt!

Da habe ich ihnen einen Vorschlag gemacht. Wir setzen die Coachingtermine kurz vor der nächsten Prüfung an und vereinbarten, dass mein Klient bezahlt, wenn er die Prüfung besteht. Drei Sitzungen à eineinhalb Stunden waren erforderlich. Das eigentliche Problem unter dem Problem kam erst in der zweiten Sitzung zum Vorschein.

Nach vier Wochen hat mich mein Klient angerufen und mir mitgeteilt, dass er die Note 2 geschrieben hat. Welche eine Freude! Nach einigen weiteren Wochen, hat mich der Vater angerufen und mir freudig mitgeteilt, dass sein Sohn insgesamt viel ruhiger und ausgeglichener wirkt. So ähnlich ergeht es mir immer wieder, wenn ich SchülerInnen coache - ab zwölf Jahren aufwärts.

Die wichtigsten ROMPC©-Elemente bei dieser Coachingarbeit

  • Analyse der störenden Gedanken,
  • Analyse der unangenehmen Gefühle und belastenden Körperreaktionen
  • Identifikation der verletzten Beziehungsbedürfnisse
  • Hilfe zur Selbsthilfe: Anleitung zur Selbstbehandlung

Zwischen den Sitzungen

Für die Zeit zwischen den Sitzungen gebe ich dem Klient einen Anker (z.B. Klopfen der Thymusdrüse) und eine spezifische Affirmationen mit auf den Weg. Dadurch kann er sein Selbstwertgefühl stärken. Wie man ein Rezept verschrieben bekommt, verordne ich meinem Klienten, den Anker und die Affirmation regelmäßig für sich zu nutzen. Bei der nächsten Sitzung frage ich zuerst, welche Erfahrungen er mit dieser ‘Hausaufgabe’ gemacht hat.

Abschluss

In der (vor)letzten Sitzung vergewissere ich mich mit dem Muskeltest, wie es um den Fortschritt bestellt ist. Da habe ich noch genug Zeit, um nachzujustieren. Jetzt entwickle ich zusammen mit dem Klienten eine maßgeschneiderte ‘Ankerübung’, die er auch in Zukunft immer wieder anwenden kann, sollte seine Angst noch einmal wiederkehren - und zwar so oft, bis diese Angst nicht mehr greift.