Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Arbeit mit somatischen Symptomen in der Psychotherapie

Heinz-Günter Andersch-Sattler

23.11.2018

Heinz-Günter Andersch-Sattler

Wechselwirkungen beachten!

Somatische Symptome tauchen immer wieder bei Klienten in der Psychotherapie auf. Wir müssen dann jeweils einschätzen bzw. herausfinden, 

1. ist die körperliche Symptomatik Teil der psychischen Problematik, die sich einen Ausgang in Richtung Körper gesucht hat,
2. ist die psychische Symptomatik eine Reaktion auf die körperliche Problematik,
3. ist die körperliche Erkrankung durch die Umwelt hervorgerufen worden, wobei hier verschiedene Umwelten ihren Einfluss nehmen können: Beruf, Familie, soziale und Umwelt-Einflüsse,
4. Ist eine starke Wechselwirkung zwischen den Elementen feststellbar?

In meiner Erfahrung in der Praxis taucht immer wieder das Problem auf, dass bei Klienten, die sich in Psychotherapie befinden, von ärztlicher Seite sehr schnell auf die psychosomatische Ebene gesetzt wird, vor allem bei komplexen und nicht einfach zu diagnostizierenden Erkrankungen wie z.B. bei Erkrankungen des Immunsystems, des Herz-Kreislauf-Systems, des Hormonsystems. Natürlich bestehen hier Wechselwirkungen, aber wenn die medizinische Diagnostik in diesen uneindeutigen Fällen nicht weitergeführt wird, kommen oft lange und schwer belastende Situationen auf unsere Klienten zu.

Mir ist zunehmend in den letzten Jahren klarer geworden, dass die abendländische Trennung zwischen Psyche und Soma willkürlich und in oben geschilderten komplexen Erkrankungen nicht wirklich hilfreich ist. Unser Organismus1 kümmert sich nicht um die von uns vorgenommene Vereinfachung mit dieser Aufteilung. Wir haben es immer mit einem ganzheitlichen Geschehen zu tun, bei dem die körperlichen und psychischen Anteile in ihrer Zusammensetzung differieren, mal größer, mal kleiner sind.

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