Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Wie man den inneren Chef stärkt: Die offene Tür schließen

Thomas Weil

20.10.2010

Thomas Weil

Ein guter Chef zeichnet sich dadurch aus, dass er ein Ohr für seine Mitarbeiter hat. Wenn er jedoch die Tür zu seinem Büro stets offen hält, kann es passieren, dass er zu seinen eigentlichen Führungsaufgaben nicht mehr kommt, weil er in jedem Moment damit rechnen muss, dass jemand zu ihm herein stürmt, der etwas von ihm will und der ihn davon ablenkt, sich den Aufgaben zu widmen, die in diesem Moment erledigt werden müssen. Nicht anders als bei unserem „inneren Chef“.

Um ihn in seiner Führungsrolle zu stärken, nutzen wir das ROMPC®-Behandlungsritual „Die offene Tür schließen“. Dieses Ritual ist dazu geeignet, die Mitglieder seines inneren Teams - falls erforderlich - rechtzeitig zu begrenzen. Insbesondere die Teammitglieder, die ihn daran hindern, Souverän im Hier und Jetzt zu sein und seine Steuerungsfunktion so wahrzunehmen, dass das Denken, Fühlen und Verhalten unserer Gesamtpersönlichkeit an der gegenwärtigen Realität ausgerichtet ist.

Behandlungsritual

Selbstverzeihung:

„Ich verzeihe mir selbst, dass ich meine innere Tür so weit offen gehalten habe, indem ich ...“
„Ich habe es aus Liebe / Loyalität getan.“
„Ich hatte keine andere Wahl und konnte nicht anders.“
„Und deshalb verzeihe ich es mir.“
Dabei: beständig Zeigefinger (ZF) klopfen.

Fremdverzeihung:

„Ich verzeihe denen, die durch meine offene Tür hindurch marschiert sind und meine Grenzen verletzt haben, indem sie ...“
„Sie waren Gefangene ihrer eigenen Geschichte.“
„Und deshalb, nur deshalb verzeihe ich es ihnen.“
Dabei: beständig kleinen Finger (KF) klopfen.

Rückdelegation:

„Ihr alle, die Ihr durch meine offene Tür hindurch marschiert seid und meine Grenzen missachtet habt, ich gebe Euch heute all das zurück, was mir nicht gehört.“
„Eure Probleme, die ich mir zu eigen gemacht habe: ...“
„Eure Lasten, die ich getragen habe: ...“
„Ich gebe Euch Euer Eigentum zurück, das mir nicht gehört.“
„In aller Liebe für Euch und Euer Eigentum und in allem Respekt vor Eurem Schicksal.“
Dabei: beständig Thymus (THY) klopfen.

Gratifikation:

„Ich gebe Euch all das zurück, damit ich in Zukunft ...“ 
„Denn ich habe das Recht ...“ 
„Ich will ...“ 
„Und ich werde genießen ...“
Dabei: beständig Thymus (THY) klopfen.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass es sich bei diesem ROMPC®-Behandlungsritual um ein kraftvolles Tool handelt, das gerade im Umgang mit komplexen Traumatisierungen langwierige therapeutische und beraterische Prozesse erheblich abkürzen und dem Klienten ein hohes Maß an Lebensqualität zurück bringen kann - nicht zuletzt deshalb, weil dieses Ritual die Stabilisierung der Gesamtpersönlichkeit maßgeblich unterstützt.

Dieses Behandlungstool ist auch zur Selbstbehandlung von Klienten gedacht. Insbesondere dann, wenn äußere Aggressoren des beruflichen und privaten Alltagslebens durch den von ihnen generierten Außenstress das Abschalten und die Nachtruhe unserer Klienten beeinträchtigen.

Quelle:
Thomas Weil und Martina Erfurt-Weil
Selbstwirksamkeit und Performance.
ROMPC®-Kompendium.
Theorie- und Trainigshandbuch
Kassel 2010

dieses Buch können Sie auch im ROMPC®-Shop beziehen hier