Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Depression und Hirnforschung

Heinz-Günter Andersch-Sattler

17.09.2007

Heinz-Günter Andersch-Sattler

Worum geht´s? 

Unter dem Titel "Strom an, Schwermut raus" erschien in der Ausgabe 7-8/2007 der Zeitschrift „Gehirn & Geist“ (S. 44-49) ein Artikel über die Forschungen der amerikanischen Psychiaterin Helen Mayberg, der mir für unsere Arbeitszusammenhänge interessant erscheint.

Elektrostimulation reduziert depressive Symptome 

Helen Mayberg hat herausgefunden, dass es bei Depressionen zu einer Überaktivität in einer Hirnregion namens „Area 25“ kommt. Diese Region ist ein Knotenpunkt für den Datentransport zwischen dem limbischem System und dem Frontalkortex. Frau Mayberg führte eine Elektrostimulation dieser Region durch, in deren Folge regelmäßig die Aktivität in dieser Region abnahm und die depressive Symptomatik aufhörte. Es ist noch nicht genau erforscht, wie diese Vorgänge tatsächlich auf neuronaler Ebene funktionieren. Es ließen sich nur Wirkungen feststellen - und zwar bei schwerst Depressiven. 

Für uns von Interesse? 

Für uns als ROMPC®ler könnte es interessant sein herauszufinden, ob und inwieweit wir mit unseren Möglichkeiten zum Beispel der „Entkoppleungstechniken“ diese Region ebenfalls beeinflussen können. Die Phänomene, die von Patienten nach ROMPC®-Behandlungen geschildert werden - nämlich mehr Ruhe, mehr Gelassenheit, mehr Abstand - sind möglicherweise der subjektiv empfundene Ausdruck einer Beruhigung in der Hirnregion Area 25. 

Interessant könnte es für uns an dieser Stelle auch sein, Erfahrungen über die Arbeit mit Depressiven, die wir mit ROMPC® therapeutisch behandelt haben, untereinander zu teilen und zu diskutieren. Mir selber fielen die Ähnlichkeiten zwischen der Beschreibung von Frau Mayberg und der Selbstdarstellung der Patienten auf - sowohl vor einer Behandlung (innere Unruhe bei gleichzeitiger äußerer Passivität, d.h. es kommt zu keinen klaren Handlungsimpulsen) als auch nach der Behandlung (größere Ruhe, Ausgeglichenheit, mehr Abstand und damit auch leichtere Entwicklung von Handlungsalternativen). 

Aufruf zur Diskussion 

Also liebe ROMPC®-Kollegen, lasst uns mal schauen, ob wir eine schonendere Alternative anbieten können als die Implantierung einer Elektrode im Gehirn. Auf eure Reaktionen bin ich gespannt.