Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Winning People: Oxytocin - der Schlüssel zum Erfolg

Thomas Weil

22.04.2009

Thomas Weil

Ein altes chinesisches Sprichwort sagt: “Gehe zuerst in den Schuhen des anderen, wenn du willst, dass er dir folgt.” Darin liegt eine tiefe Weisheit, die durch moderne Erkenntnisse der Neurobiologie bestätigt wird. 

Wenn wir uns die Mühe machen, unseren Gesprächspartner zu verstehen, selbst dann wenn wir anderer Meinung sind, wenn wir seine Argumentation paraphrasierend zusammen fassen, bis wir sicher sind, auch das gehört zu haben, was er wirklich sagen wollte und wenn wir auf seine emotionale Befindlichkeit rückspiegelnd reagieren, auch wenn wir selbst andere Empfindungen haben, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Gegenüber auch mit unseren Anschauungen und Vorstellungen ernsthaft befassen wird. 

Emotional “anzudocken”, anstatt einen Schlagabtausch zu eröffnen, bringt in Diskussionen eben mehr. Unser Gehirn ist ein “soziales Konstrukt”. Es reagiert sensibel darauf, ob wir verstanden oder missverstanden werden und ob man uns achtet oder ablehnt. Nur in einem Klima sozialer Akzeptanz wird das sog. “Kuschelhormon” Oxytocin ausgeschüttet. Oxytocin reduziert den inneren Stress und ermöglicht die Bindungsfähigkeit. Deshalb: Ohne Oxytocin keine Verständigung. Ohne Oxytocin keine Kooperation. 

Als Menschen sind wir “beziehungshungrige” Wesen. Der erste Schrei nach unserer Geburt ist ein Schrei nach Beziehung. Wir sehnen uns nach Beziehung und fürchten doch nichts so sehr wie Beziehung, weil wir in Beziehung verletzbar sind. 

Oxytocin reduziert den Stress dieser Angst und macht uns bindungsfähig. Deshalb ist emotionales Andocken so wichtig. Denn ohne emotionales Andocken steigt der Stress. 

Aus einem Oxytocin-Mangelzustand heraus erfolgt der Zugriff auf die nicht immer zielführenden Schutz- und Schonhaltungen des Frontalhirns wie ...

  • einschränkende Grundüberzeugungen,
  • galoppierende Gruselfantasien,
  • superlativistische Selbstansprüche,
  • Dialogblockaden,
  • passive Verhaltensweisen. 

Oxytocin wird im Hypothalamus produziert. Von dort aus gelangt es zum einen als als Hormon in den Blutkeislauf, um in den entfernteren Zielregionen des Körpers einen beruhigenden Effekt zu entfalten. 

Wenn die Oxytocin-Produktion besonders hoch ist, gelangt das Oxytocin außerdem als Neurotransmitter in die näheren Zielgebiete des Zentralen Nervensystems (Überschwappeffekt). Dort wirkt es vor allem in der Amygdala und dem Hippocampus als "Gegenspieler" der Stresshormone, Adrenalin und Cortisol. 

Eine besonders starke Produktion des Oxytocin wird vor allem durch rhythmische Interventionen ausgelöst. Diesen Umstand machen sich die Entkoppelungstechniken des ROMPC® zu Nutze, wenn es darum geht, Stress-, Trauma-, Erfolgs- und Lernblockaden zu lösen.