Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Stressmanagement: Sich limbisch ent-stressen

Thomas Weil

03.04.2010

Thomas Weil


Sprechen Sie "limbisch"?

Dann beherrschen Sie die Sprache, die Neugier und Lust zu erwecken vermag, die Ihnen hilft, zu begeistern und Menschen für sich zu gewinnen und die Ihren Argumenten Glaubwürdigkeit verleiht.

Limbisch, das ist die Sprache mit der Sie Wohlwollen und Verständnis signalisieren, Vorbehalte entschärfen und Stress reduzieren und mit der Sie Ihren Forderungen und Wünschen gebührenden Nachdruck verleihen.


Verstehen Sie "limbisch"?

Dann verstehen Sie die Sprache, in der Ihr Mitarbeiter Ihnen sagt, worum es ihm eigentlich geht, Ihr Kollege Ihnen mitteilt, was ihn im Tiefsten bewegt, Ihr Vorgesetzter kommuniziert, was er von Ihnen wirklich erwartet und in der Ihr Kunde Ihnen seine verborgenen Kaufmotive verrät.


Die Sprache "Limbisch"

„Limbisch“, das ist die Sprache, die Sie bereits gesprochen haben, bevor Sie das erste Wort Ihrer Muttersprache erlernten.

„Limbisch“, das ist die Sprache, in der Sie kommunizieren und auf die Sie reagieren – ohne dessen vollends bewusst zu sein. Jedenfalls immer dann, wenn sich ein „Bauchgefühl“ bei Ihnen einstellt, wenn eine Ahnung in Ihnen aufsteigt, wenn Sie durch unbegründbare Gefühle von Sympathie und Antipathie beeinflusst werden und wenn Sie sich von Ihrer guten Intuition leiten lassen.

„Limbisch“, das ist die Sprache des sog. "limbischen Systems", jenes archaischen Teils unseres Gehirns, der im Lichte der jungen Erkenntnisse der Gehirnforschung wohl zu Recht als Ort der emotionalen Intelligenz bezeichnet werden kann.


Das limbisches System

Das limbische System ist das emotionale Bewertungssystem unseres Gehirns.Lange bevor das Frontalhirn einen klugen Gedanken zu fassen vermag, hat das limbische System die gegebene Situation bereits erkannt und bewertet und meistens bereits entschieden. Die Einfluss- und Steuerungsmöglichkeiten unseres Großhirns sind begrenzt.
Wenn Gefühle in uns mächtig werden, die Angst uns packt, Lust oder Unlust zum Vater unserer Gedanken werden und der Stresspegel ins Unermessliche steigt, dann kann es passieren, dass das limbische System die Hoheit ergreift und unser "denkender Geist", die Vernunft, schon lange nicht mehr der Souverän unseres Handelns ist. Das ist nicht immer von Vorteil.

Das limbische System versteht nicht wortwörtlich. Es versteht nicht das, WAS gesagt wird. Sondern es reagiert auf die Sinnesreize, die es empfängt - von außen oder von innen.

Worte haben - limbisch betrachtet - keine inhaltliche Bedeutung. Wohl aber ihr Klang und die Mimik und Gestik des Senders. Das WIE der Kommunikation hat eine weitaus höhere Aussagekraft als das WAS.

Stress, den wir als Sender transportieren, führt zur Irritation unseres Gegenübers. Äußerer Stress, den wir von unserem Gegenüber empfangen und der "hausgemachte" innere Stress, den wir uns selbst bereiten, versetzen unser limbisches System in Alarm.

Wenn wir nicht mehr abschalten können und Mühe haben, zur Ruhe zu kommen, wenn wir uns mit "unrealistische Selbstansprüchen" quälen, wenn wir uns mit "galoppierenden Gruselfantasien" das Leben selbst schwer machen und wenn wir uns von unseren "einschränkenden Grundüberzeugungen" leiten lassen, dann fällt es uns schwer, auf Ressourcen zuzugreifen, über die wir normalerweise verfügen. Der Stress, den wir empfinden, ist unkontrollierbar geworden. Das heißt: Wir erleben uns ohnmächtig, die Herausforderungen, die sich uns stellen, so zu meistern, dass eine Befriedigung und Beruhigung eintreten kann.


Anti-Stress-Techniken für´s limbische System
(nach Thomas Dodner)

Da das limbische System nicht auf Überzeugungsarbeit und Einsicht reagiert, geht es darum, “heilsame” Reize zu setzen, die diese Hirnregion gewissermaßen “entwarnen” und somit dem Stress reduzieren.


Dehydrierung behandeln

Die Datenverarbeitungsprozesse im Gehirn sind beeinträchtigt, wenn Sie nicht genug getrunken haben, das heißt: de-hydriert sind. Bedauerlicherweise ist Ihr Durstempfinden kein sicherer Indikator dafür, dem Körper in ausreichendem Maße Flüssigkeit zugeführt zu haben, besonders zumal das menschliche Durstempfinden mit zunehmendem Alter ohnehin nachlässt.

Um "gut im Saft" zu sein, trinken Sie bitte regelmäßig Wasser und achten auf Ihren Urin: eine kräftige gelbliche Verfärbung ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass Sie zu wenig getrunken haben. Wässrig-klarer oder hellgelber Urin sagt Ihnen, dass Sie auf der sicheren Seite sind.Ihr Stressmanagement wird kaum erfolgreich sein, so lange Sie de-hydriert sind.


Atmen

Atmen Sie verstärkt durch den offenen Mund aus - wenn möglich mit einem begleitenden Seufzer. Auch wenn Sie im Bett liegen oder eine kurze Ruhepause haben, können Sie bewusst diese Atemübung machen. Wenn Sie bei dieser Übung Ihre Schultern beobachten, bemerken Sie, wie diese leichter werden und sich entspannen. Durch einen veränderten Atemrhythmus können Sie Ihrem limbischen System unmittelbar „Entwarnung“ geben.


Schreien, Singen, Brabbeln

Anstatt sich zusammenzureißen, die Zähne zusammenzubeißen und Ihren Ärger hinunter zu schlucken, geben Sie Ihrem Unbehagen einen Ton und lassen es damit heraus. Momente, in denen Sie ungestört und allein sind, können Sie dazu nutzen, um sich wieder Luft zu machen und sich von Ihrem Stress lautstark zu befreien.


Hände kalt waschen

Halten Sie Ihre Hände unter fließendes kaltes Wasser, drehen und reiben Sie sie leicht, und schütteln Sie sie anschließend kräftig ab. Damit geben Sie Ihrem Organismus ein wichtiges Signal: abschütteln zu dürfen, was ihm nicht gut tut und ihn belastet. Sie festigen Ihre Ich-Grenzen und halten das, was Sie von außen belasten will, draußen vor. ES geht Ihnen nicht mehr „unter die Haut“.


Zärtlichkeit und Zuneigung

Wenn möglich suchen Sie die Nähe von Menschen, die Ihnen nahe stehen und denen Sie vertrauen. Genießen Sie deren Nähe, und sorgen Sie auf diese Weise dafür, dass das sog. "Kuschelhormon", das „Oxytocin“ als Gegenspieler des Adrenalin seine Stress-lösende Eigenschaft in Ihrem Körper entfalten kann.


Licht, Sonne, Natur

Begeben Sie sich an die frische Luft, und setzen Sie sich den heilsamen Einflüssen der Sonne und der Natur aus. Dabei nehmen Sie sich die Zeit, den Eigengeruch der Natur zu riechen und Ihren erfrischten Atem zu schmecken. Das regt die Ausschüttung von „Endorphinen“ an, die auch als „Glückshormone“ bezeichnet werden und Ihr vegetatives Nerven-System ent-stressen.


Sport

Treiben Sie Sport im aeroben Bereich. Das heißt: so, dass Sie nicht in Luftnot geraten. Damit bauen Sie in Ihrem Körper überschüssiges Adrenalin ab. Außerdem verbessern Sie Ihre physische Kondition.


Belohnung

Belohnen Sie sich, indem Sie sich selbst etwas gönnen. Gestatten Sie sich eine Auszeit, in der Sie etwas tun, was Ihnen Spaß macht. Genießen Sie bewusst, ohne dies im Nachhinein zu bereuen. Dies fördert die Freisetzung von „Dopamin“, ein wichtiger Neurotransmitter, der die schwindende Motivation wieder zurück bringt und Ihre Leistungsbereitschaft steigert.


„Entkoppelungstechniken“ des ROMPC®: zum Beispiel Thymus-Klopfen

ROMPC® bedient sich charakteristischer „Entkoppelungstechniken“, die dazu geeignet sind, die Bindung an belastenden Stress zu entkoppeln und das limbische System, unser Frühwarnsystem im Gehirn, vom Datenstau zu befreien. Eine dieser Entkoppelungstechniken ist das sog. „Thymus-Klopfen“.

Die Thymusdrüse befindet sich in der Mitte der Brust unter dem oberen Teil des Brustbeines. Sie steuert im Kindes- und Jugendalter die biologischen Wachstumsprozesse und bildet sich mit Erreichen der Pubertät mehr oder weniger zurück.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin hat die Thymusdrüse eine hohe Bedeutung - und zwar als zentrale Steuerungseinheit des gesamten Energiesystems. Wenn sie geschwächt ist, fließt unsere Lebensenergie innerhalb der Energie-Meridiane nur noch mäßig. Wir fühlen uns erschöpft und niedergeschlagen. Ist sie gestärkt, dann erwacht unsere Lebensfreude. Das Energie-Niveau unseres Organismus steigt. Wenn es also gelingt, die Thymusdrüse als zentrale energetische Steuerungseinheit zu aktivieren, gleichen sich alle Störungen unseres Energiehaushaltes automatisch aus.

Um dies zu tun, klopfen Sie bitte mit rhythmisch sanften, aber bestimmten Bewegungen mit mehreren Fingern oder der geschlossenen Faust auf die obere Mitte des Brustbeins. Etwa zwanzig bis dreißig Sekunden lang. Durch diesen Rhythmus fördern Sie ebenfalls die Ausschüttung körpereigenen Oxytocins, das den Stress reduziert und eine innere Distanzierung von all dem bewirkt, das Sie belastet.

Wenn Sie dabei gleichzeitig an den Begriff denken, auf den Sie vorhin Ihren Stress gebracht haben oder die entsprechenden Worte murmeln, dann heben Sie nicht nur Ihr Energie-Niveau. Sie nutzen vielmehr die Methode des „Thymus-Klopfens“ als Entkoppelungstechnik und geben Ihrem limbischen System das Signal, sich in diesem Moment von stressbesetztem Datenmüll zu verabschieden und das, was Sie belastet, einfach loszulassen. Das freigesetzte Ocytocin sorgt dafür, dass der ins Stocken geratene Datentransportprozess wieder aufgenommen wird, weil es als Gegenspieler des Adrenlin, den „synaptischen Spalt“ zwischen den Dendriten "verringert" und somit den Datendurchsatz erhöht. Vielleicht werden Sie diesen Vorgang einige Male wiederholen müssen, um zu bemerken, dass Ihre Konzentrations- und Merkfähigkeit sich verbessert, dass ihre Leistungsbereitschaft steigt und dass Sie aus Ihrer Stress-Spirale ausgestiegen sind, die Sie behindert hat.