Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Die Integration unterschiedlicher Methoden im ROMPC®

Thomas Weil

15.04.2007

Thomas Weil 

Worum geht´s?

Unterschiedliche psychologische Schulen haben unterschiedliche Fragestellungen im Blick. Die Leitfragen dieser Schulen weisen - Wegweisern gleich - in unterschiedliche Richtungen und legen dem Betrachter unterschiedliche Facetten der Wirklichkeit nahe. ROMPC® ist ein integratives Verfahren, das diese unterschiedlichen Facetten berücksichtigt und nutzt.

Tiefenpsychologie

Tiefenpsychologische Verfahren, zu denen die klassische Psychoanalyse zählt, verstehen den Menschen aus seiner Geschichte heraus und suchen nach den meist unbewussten lebensgeschichtlichen Wurzeln von Störungen, die zu einer Beeinträchtigung des betreffenden Individuums geführt haben. Unbewusstes bewusst zu machen, ist die Devise der tiefenpsychologisch orientierten Verfahren. Wenn ich nicht mehr von unbewussten Motiven beherrscht bin, gelingt es mir besser, den Herausforderungen der Gegenwart gerecht zu werden. Die psychologische Leitfrage des tiefenpsychologischen Ansatzes ist das WARUM. Im Rahmen von ROMPC® gewinnt dieser Behandlungsansatz vor allem dann an Bedeutung, wenn wir dem Motto „Das Problem ist nicht das Problem“ folgend, dem unbewussten Wurzelwerk einer inneren Blockade auf die Spur kommen.

Verhaltenstherapie

Der spezifische Focus der Verhaltenstherapie ist – wie der Name schon sagt – das konkrete Verhalten der betreffenden Person. Dementsprechend ist die psychologische Leitfrage dieses Ansatzes das WAS: Was tut eine Person ? Was ist dabei zielführend, was nicht ? Was kann der Betreffende anders tun ? Die kognitive Verhaltenstherapie lenkt ihre Aufmerksamkeit jedoch nicht nur auf äußerlich beobachtbare Verhaltensmuster, sondern darüber hinaus auch auf die inneren Dialoge, mit denen sich ein Klient gewissermaßen selbst hypnotisiert – nicht immer zum eigenen Vorteil, wenn man an „einschränkende Grundüberzeugungen“, „Gruselfanatasien“ und innere „Selbstabwertungen“ denkt. Diese destruktiven inneren Dialoge können mit geeigneten heilsamen Affirmationen und den Entkoppelungstechniken des ROMPC® wirksam unterbrochen werden.

Humanistische Pychologie

Die humanistische Psychologie, als deren maßgeblicher Vertreter die Gestalttherapie angesehen werden kann, beschäftigt sich vor allem damit, WIE eine Person Kontakt zu sich selbst, zu den anderen und den konkreten Herausforderungen im Hier und Jetzt hält. Störungen werden als Nicht-mehr-im-Kontakt-Sein verstanden. Nachhaltiger Stress und Traumatisierungen führen dazu, dass der Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen abreißt, eine befriedigende Beziehungsgestaltung erschwert oder behindert wird und dass der Betreffende Mühe hat, bezogen auf das aktuelle Hier und Jetzt angemessen zu denken und zu fühlen und sich zielorientiert zu verhalten. Weil der Zugang zum ursprünglichen emotionalen Erleben und den ursprünglichen Handlungsimpulsen im Sinne der eigenen Bedürfnisbefriedigung versperrt ist, werden auf der Basis von so genannten „Kontaktvermeidungsstrategien“ Ersatzgefühle bzw. Ersatzmuster im Sinne der „emotionalen Entfremdung“ entwickelt. ROMPC® folgt dem Focus des WIE, wenn es darum geht, die betreffende Person so zu ent-ängstigen, dass sie wieder Kontakt mit ihren ursprünglichen Bedürfnissen und mit der Außenwelt aufnehmen kann.

Körpertherapie

Körpertherapeutische Verfahren lokalisieren das WO eines inneren Konfliktes. Nachhaltiger Stress und Traumatisierungen hinterlassen ihre Spuren im Körper: Seelische Spannungen gehen mit Muskelkontraktionen einher, die sich im Laufe der Zeit manifestieren können. Charakteristische Spannungsbereiche finden sich im Schulter-Nacken-Bereich, im Bereich der Brustwirbelsäule oder dem Lendenbereich. Aber in nahezu jeder Körperregion kann es zu Muskelblockaden kommen, die das physiologische Abbild unserer psychologischen „Schonhaltungen“ darstellen, die wir unter dem Bann von Verletzungserfahrungen zur Abwehr von Re-Traumatisierungen eingenommen haben. Zurückgehaltene Handlungsimpulse und nicht ausgedrückte Emotionen führen zu Bewegungsbeeinträchtigungen oder abgerissenen Bewegungsmustern, bei denen es sich um ein körperliches Spiegelbild verloren gegangener seelischer Beweglichkeit handelt. Unter Stress löst das limbische System Alarm aus und setzt in Folge dem natürlichen Bewegungsimpuls des Körpers einen Verhaltungs- bzw. Stop-Impuls entgegen. Die gleichzeitige Aktivierung von Agonisten und Antagonisten führt in die muskuläre Starre, die als Verspannung gefühlt oder als Muskelblockade getastet werden kann. ROMPC® – respektive das expressive ROMPC® - kann zu einer Auflösung dieser muskulären Verspannungszustände insofern beitragen, als es beruhigend auf das limbische System einwirkt.

Spirituelle Verfahren

„WOZU lebe ich ?“ – das ist eine wahrhaft spirituelle Fragestellung. Traditionelle Therapie und Beratung haben diese Frage gerne ausgeklammert, um sich weltanschaulich neutral zu verhalten und Klienten nicht religiös zu indoktrinieren. Dabei wurde meist verkannt, dass Traumatisierungen stets mit Sinnkrisen einhergehen, insofern nämlich dass das, was bisher noch Sinn machte, unter der Trauma-Erfahrung keinen Sinn mehr macht. Wer traumatisiert wurde, kam in Kontakt mit fundamentaler Sinnlosigkeit. Ursprüngliche Sinnkonzepte verloren ihre Gültigkeit, neue Sinnkonstrukte müssen entwickelt werden. Dabei ist es nicht immer leicht, im Nachhinein verletzenden Erfahrungen einen positiven zukunftsweisenden Sinn abzugewinnen und sich wieder neu auszurichten. Die hiermit verbundenen Trauerprozesse können stecken bleiben und scheitern. Im ungünstigsten Fall mündet dies in suizidale Verläufe. Ohne Sinn macht es dem Betreffenden eben keinen Sinn mehr, sein Leben weiter zu leben. Gerade die Verzeihungs-Rituale des ROMPC® leisten hier einen wertvollen Beitrag zur spirituellen Neu-Orientierung: Diese Verzeihungs-Rituale zielen darauf ab, zum einen sich selbst verzeihen - nämlich so zu sein, wie ich bin und keine andere Wahl gehabt zu haben, als die, die ich getroffen habe, um zu dem werden, der ich jetzt bin. Zum anderen zielen sie darauf ab, dem zu verzeihen, der als Aggressor mein Leben traumatisch beeinträchtigt oder verändert hat. Gerade im letzteren Fall sprechen wir von Verzeihung und vermeiden den kirchlich besetzten Begriff der Vergebung, bei dem es sich eher um eine „Dienstleistung“ für den Aggressor handelt, der nämlich durch Vergebung von seiner Schuld frei gestellt werden soll. Im Unterschied zur Vergebung ist die Verzeihung, wie wir sie benutzen, eine Dienstleistung für den traumatisierten Klienten selbst, der durch Verzeihung den Aggressor „ziehen“ lässt, um sich nicht länger im Zorn an ihn zu binden und ihm auf diese Weise weiterhin Macht zu geben. Positiv-Affirmationen unterstützen den Prozess spiritueller Re-Konstruktion.

Methodenintegration durch ROMPC®

Im Sinne der Methoden-Integration verbindet ROMPC® kognitive, emotionale, behaviorale, physiologische und spirituelle Ansätze. Es kann auch als „offenes Verfahren“ begriffen werden, das den Anwendern die Möglichkeit bietet, ihre professionellen Ressourcen einzubringen und zu nutzen. ROMPC® orientiert sich an den psychologischen Leitfragen des „Warum?“, „Was?“, „Wie?“, „Wo?“ und „Wozu?“ und verbindet dabei die verschiedenen methodischen Ansätze unterschiedlicher psychologischer Schulen und Verfahren miteinander. ROMPC® bezieht diese Ansätze so aufeinander, dass deren Wirkprinzipien im Sinne eines ganzheitlichen Heilungskonzeptes genutzt werden können: klassische Tiefenpsychologie, Verhaltenstherapie, Transaktionsanalyse, Gestalttherapie, körpertherapeutische Verfahren, Kinesiologie, Hypnotherapie, spirituelle Methoden.

Der neurobiologische Focus

Stress- und Traumablockaden werden in unterschiedlichen Hirnarealen abgelegt: in dem Frontalhirn als „Frontalhirn-geleitete Schonhaltungen“ und in dem limbischen System als „Datenverarbeitungsstörung“ bzw. „Transmitter-Problem“. ROMPC® ist somit auch deshalb integrativ, weil es auf eine Methodenvielfalt zurück greift, die dazu geeignet ist, Stress-, Trauma- und Erfolgsblockaden durch Adressierung beider Hirnsysteme aufzulösen.
Dieser integrative Ansatz ist besonders hilfreich, um Stress zu reduzieren und Folgen von Traumatisierungen nachhaltig aufzulösen.