Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Wie bekommen wir die Information, die wir brauchen: Den "archimedischen Punkt" finden

Thomas Weil

26.10.2007

Thomas Weil

Worum geht´s? 

Informationen, die wir aus dem Prozess der Therapie oder Beratung generieren, haben Vorrang vor denen, die wir auf Nachfrage inhaltlich mitgeteilt bekommen – eben deshalb, weil es nichts Aktuelleres gibt als das, was im gegebenen Moment, also „live“ geschieht.

Wie erkenne ich das, worauf´s ankommt? 

Archimedes, antiker Physiker und Mathematiker aus Syrakus (287-212 v. Chr.), formulierte die Hebelgesetze und schuf damit die theoretische Grundlage für die spätere Mechanik. Von ihm wird ein Zitat überliefert, das da lautet: "Man gebe mir einen festen Punkt, und ich hebe die Erde aus ihren Angeln." Den berühmten "archimedischen Punkt" zu finden, ist die Physik bis heute schuldig geblieben. 

Gleichwohl nutzen wir diesen Begriff im Rahmen des ROMPC® in metaphorischer Hinsicht auf der Suche nach den sog. "archimedischen Punkten" unserer Klienten. Das heißt auf der Suche nach "Ankerpunkten, von denen sich das Wirklichkeitskonstrukt bzw. der Bezugsrahmen des betreffenden Individuums erschließt und von denen ausgehend die entscheidende "Hebelwirkung" entfaltet werden kann, die zu einer Auflösung seiner inneren Blockaden führt. 

Die Frage "Wie erkenne ich das, worauf´s ankommt?" ist somit die Leitfrage des ROMPC®-Behandlers, wenn es darum geht, die entscheidenden Hebel- oder Ankerpunkte zu innerhalb des Bezugsrahmens der Klienten zu finden, an denen eine ROMPC®-Behandlung zweckmäßigerweise ansetzt, um den größtmöglichen und nachhaltigsten Behandlungserfolg zu erzielen. 

Um die entscheidenden Hebel- und Ankerpunkte zu finden nutzen wir zum einen die spezifische Fragetechnik des ROMPC®, die nach „einschränkenden Grundüberzeugungen“ und „galoppierenden Gruselfanatasien“ unserer Klienten fragt. Zum anderen achten wir auf wiederkehrende Kommunikations- und Verhaltensmuster und die sog. "Parallel-Prozesse", die die unerhörte Klientengeschichte im Hier und Jetzt der Behandlung aktuell aufleuchten lassen. 

Dialogblockaden 

Hierbei spielen die sog. „Dialogblockaden“, wie sie in der Transaktionsanalyse seit langem bekannt sind, eine große Rolle. Dabei handelt es sich um kommunikative Ausweichmanöver, die in der Regel unbewusst ausgeführt werden, um stressbesetzen Situationen und Themen aus dem Weg zu gehen. 

Dialogblockaden sind ...

  • tangentiale Umdefinition- den Focus des Gesprächs verschieben 
    - „Nebenschauplätze“ eröffnen
  • blockierende Umdefinitionen 
    - den gemeinsamen Wirklichkeitskonsens aufkündigen 
    - eine neue „Baustelle“ aufmachen
  • Überemotionalität 
    - sich dramatisch in Szene setzen 
    - das Denken abschalten
  • Überrationalität 
    - Gefühle leugnen und Probleme versachlichen 
    - die Emotionen der anderen, diesen zum Vorwurf machen
  • Überdetailliertheit 
    - sich in der Vorliebe für´s Detail verlieren 
    - nicht auf den Punkt kommen
  • Abstraktion 
    - sich durch Pseudo-Wissenschaftlichkeit unangreifbar machen 
    - nicht konkret werden
  • Übergeneralisierung 
    - auf Allgemeinplätze ausweichen 
    - nicht konkret werden
  • Fantasieren 
    - eigene Vermutungen nicht überprüfen 
    - eigene Bilder von der Wirklichkeit mit der Wirklichkeit verwechseln
  • Mangel an Direktheit 
    - ausweichend kommunizieren
    - um den „heißen Brei“ reden
  • Mangel an Ehrlichkeit 
    - sich nicht klar positionieren 
    - vermeiden, eindeutig Stellung zu nehmen

Prozess vor Inhalt

Dialogblockaden sind etwas Alltägliches. Gleichwohl tragen Sie dazu bei, dass die Kommunikation nicht mehr zielführend weitergeführt wird und dass Gespräche auf Nebengleise verlagert werden bzw. über kurz oder lang das Thema verfehlen. In jedem Fall verraten Sie uns, dass der der den Dialog im oben beschriebenen Sinne blockiert, sich innerlich aktuell unter Stress befindet. Dabei gilt die Devise: „Einmal ist keinmal. Zweimal ist verdächtig. Und dreimal ist ein Muster.“ Diese erkennbaren Muster können professionell angesprochen und aufgegriffen werden, um den darunter liegenden Stress stress-reduzierend mit den Mitteln des ROMPC® zu behandeln. 

Grundsätzlich gilt: „Prozess vor Inhalt.“ Das bedeutet: Informationen, die wir aus dem Prozess generieren, haben Vorrang vor denen, die wir auf Nachfrage inhaltlich mitgeteilt bekommen – eben deshalb, weil es nichts Aktuelleres gibt als das, was im gegebenen Moment, also „live“ geschieht.