Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Behandlungsblockaden mit ROMPC® behandeln und lösen

Silke Straßner

28.09.2008

Silke Straßner

Worum geht´s?

Wer bemüht ist, erfolgreich Leiden zu lindern, tut gut daran, die Resistenz seines Patienten bezüglich einer Behandlung frühzeitig zu erkennen. Denn letztendlich ist die unbewusste Abwehr gegen eine Befindlichkeitsbesserung nichts anderes als der manifeste Ausdruck für ein bisher nicht wahrgenommenes und wertgeschätztes Bedürfnis.

Was ist eine Behandlungsblockade?

Unter einer Behandlungsblockade verstehen wir im Allgemeinen einen Zustand, in dem ein Mensch trotz der Anwendung verschiedener Therapieverfahren keine Fortschritte im Sinne einer Verbesserung seines körperlichen Zustandes mehr macht. 

Manchmal wird eine Symptomverschiebung erreicht. Das heißt: der Magen ist nun in Ordnung, doch seitdem hat die Person Kopfschmerzen. Ein anderes Mal scheint die Person in eine Reaktionsstarre geraten zu sein und keine Maßnahme hat einen Effekt. Es gibt körperliche Ursachen für dieses Phänomen, wie die Übersäuerung des Gewebes (durch falsche Ernährung, Bewegungsmangel und Stress), Vergiftungen, Zahnherde etc. 

Nachdem diese Störfelder untersucht und ausgeschlossen bzw. behandelt wurden, richten wir unseren Blick auf mögliche seelisch-emotionelle Ursachen für Behandlungsblockaden. 

Eine Behandlungsblockade ist der Ausdruck der inneren Not des betreffenden Menschen. Der Leidensdruck der Symptome kann hier stellvertretend für die innere Qual stehen. Selbstabwertungen wie: „Da darf man sich (heißt: ich mich) nicht anstellen, da muss man durch (heißt: ich bin hilflos, resigniert)“ verdeutlichen die Haltung, mit der ein Mensch sich vor dem „zu viel des Fühlens“ versucht zu schützen. 

Solange seelisches Leid sozial weniger anerkannt wird als körperliches Leid, werden Menschen sich genötigt fühlen, über körperliche Leiden auf ihre Situation aufmerksam zu machen. 

Stimmungen und Äußerungen des Patienten können auf eine Behandlungsblockade hinweisen. Als Heilkundige kennen wir einige Merkmale einer sog. „Heilungsresistenz“:

  • Alle Therapiemaßnahmen helfen nur zu Beginn der Behandlung.
  • Nach einiger Zeit stellen sich die Beschwerden wieder ein und auch das, was zuvor half, hilft nun nicht mehr.
  • Die Therapiemaßnahme greift gar nicht oder der Zustand verschlimmert sich sogar.
  • Jede Veränderung des Systems wird als unangenehm empfunden. Hier kommt es häufig zu Behandlungsabbrüchen.
  • Medikamente helfen nicht, doch sie verursachen Nebenwirkungen.
  • Die emotionale Lage des Patienten bewegt sich oft zwischen Resignation bzw. Frustration, einer guten Portion Galgenhumor mit Verzweiflungslachen und Selbstabwertungen. Oft entsteht eine Gewöhnung an das Leiden. 

Patientenäußerungen lassen uns aufhorchen

Bei Äußerungen der folgenden Art sollten wir aufhorchen:

  • „Ich bin halt schwierig / komisch / seltsam“
  • „Bei mir wirkt alles verkehrt“
  • „Ich bin verkehrt“
  • „Das war bei mir schon immer so“
  • „Das ist genetisch“
  • „Da kann man nichts machen“
  • „Mir kann keiner helfen“
  • „Die kennen sich alle nicht aus, sind Stümper etc.“
  • „Ich habe alles probiert“
  • „Egal was ich tue, es ändert sich nichts“
  • „Medikamente helfen bei mir nicht“

Der Patient empfindet sein spezielles Problem als besonders schwerwiegend. Möglicherweise hat er den Eindruck, als hätte sich niemand wirklich Mühe gegeben ihm zu helfen oder als sei sein Problem von Natur aus unlösbar. 

Diese negativen Überzeugungen können eine überhöhte Hoffnung auf Wundermittel nähren. Wenn schnelle Erfolge dann ausbleiben, werden die verordneten Medikamente und Anwendungen oft nur kurze Zeit oder ganz unregelmäßig eingenommen („es hilft sowieso nichts“). 
Zugleich kann der Patient zu der Überzeugung gelangen, dass sein bisher unbehandelbares Problem wahrscheinlich eine besonders schwere und aufwändige Behandlung braucht. An dieser Stelle ist es dringend nötig, der massiven Belastung, die dauerhafte Beschwerden bedeuten, angemessen Raum und dem Patienten wertschätzende Anerkennung zu geben. 

Obwohl unbewusste seelische Impulse die Entstehung der Krankheit begünstigt haben und sie weiterhin aufrechterhalten, führen chronische Beschwerden ebenfalls zu einer beachtlichen - diesmal bewussten - seelischen Belastung. 

Die Katze beißt sich in den Schwanz

Gehen wir davon aus, dass eine Erkrankung benötigt wird, um psychische Energie (zum Beispiel seelischen Schmerz) zu binden. Der Patient fühlt sich unfähig, sich mit seinem Leid Gehör zu verschaffen, hat keine Worte dafür oder keinen Ansprechpartner. 
Durch die Beschäftigung mit seinen Beschwerden wird er vom erlebten seelischen Schmerz abgelenkt. Zugleich zwingt ihn sein körperliches Befinden dazu, sich mit sich selbst zu beschäftigen, was ein wesentlicher Schritt zur Lösung des Problems ist. 
Das Ziel des Patienten, sein eigentliches Bedürfnis hinter der Krankheit zu erkennen und zu erfüllen, bleibt unbewusst.

Die Chance, dass die innere Not eines Patienten über die Behandlung seines Körpers angemessen gewürdigt wird, ist jedoch gering, da das wirkliche Bedürfnis verborgen bleibt. Hier kann die Symbolsprache des Körpers Hinweise geben: Im Symptom entlädt und spiegelt sich die psychische Energie des zugrunde liegenden Konfliktes. Dies kann auch als indirekter Verarbeitungsversuch betrachtet werden. 
Leider verläuft die Verarbeitung auf dieser Ebene meist wenig erfolgreich, da wesentliche Anteile der verursachenden Problematik zwangsweise unbewusst und damit unbeachtet bleiben. 

Doch selbst wenn es im Umfeld eines Betroffenen Personen gibt, die bereit sind auf seine Bedürfnisse einzugehen, kann sich derjenige vielleicht nicht erlauben, diese Zuwendung anzunehmen. Zu stark sind oft die inneren Botschaften und Verbote. Wenn Zuwendung nicht zum gewünschten Erfolg führt, kann das zu weiteren Kränkungen führen. Die seelische Anspannung kann sich nicht entladen und die Notwendigkeit, Symptome zu entwickeln bleibt bestehen. Die Lage scheint ausweglos. 

Die inneren psychologischen Programme

Die Quelle seelischen Schmerzes wird durch psychologische Programme in Form von einschränkenden Glaubensätzen und Grundüberzeugungen erhalten und gefestigt: „Keiner nimmt Notiz von meinen Wünschen und wahrscheinlich habe ich es auch gar nicht verdient, dass meine Wünsche Beachtung finden. Ich bin zu schwach um zu fordern, was ich haben will. Und wenn ich es dennoch täte, würde ich wahrscheinlich verlassen werden, weil ich ohnehin nicht liebenswert genug bin.“ 

Einschränkende Grundüberzeugungen sind Schonhaltungen, die uns davor schützen sollen, einen bereits erfahrenen Schmerz wieder erleben zu müssen. Sie weisen also auf ein oder mehrere Verletzungen oder Traumatisierungen verschiedener Ausmaße hin.

Die Wiederholung dieser Grundüberzeugungen gibt den Patienten eine Art Gewohnheitsrecht. So wird eine Schutzmaßnahme schließlich zu einem vertrauten Weltbild, das zwar nicht glücklich macht, doch immerhin Orientierung bietet. Die innere Landkarte unserer einschränkenden Grundüberzeugungen stimmt mit unserem Erleben der Umwelt über ein, solange wir weder uns noch unsere Umwelt verändern. So können Menschen trotz innerer Not und Anspannung ein Mindestmaß an Sicherheit erleben. Denn: Vertrautes gibt Sicherheit und ein Gefühl der Kontrolle - selbst, wenn die vertrauten Situationen schmerzhaft sind. 

Um den einschränkenden Grundüberzeugungen auf die Spur zu kommen, lohnt sich ein Blick auf die „Lieblings- oder Ersatzgefühle“ einer Person. Lieblingsgefühle sind jene Gefühle, die in unserer Kindheit „erlaubt“ waren. Das heißt, meine Eltern konnten diese Gefühle bei mir akzeptieren und mir für die Äußerung dieser Gefühle Aufmerksamkeit schenken. Es sind Gefühle, die uns vertraut sind und uns in schwierigen Situationen Sicherheit verschaffen. 

Zum besseren Verständnis des Begriffs „Ersatzgefühle“, der von Fanita English geprägt wurde, hier eine vereinfachte Darstellung: Es kann zum Beispiel sein, dass Angst in einer Familie als „schwieriges“ Gefühl erlebt wird und ein stillschweigender Konsens besteht, Angst nicht zu zeigen. In der gleichen Familie wird dagegen etwa Zorn als „starkes“ eher positives Gefühl erlebt oder zumindest offener mit diesem Gefühl umgegangen. So entscheidet ein Kind möglicherweise, wenn es Angst fühlt und dies Abwehren muss, Zorn zu zeigen (und zu fühlen). Das ursprüngliche „bedrohliche“ Gefühl wird so durch ein anderes subjektiv weniger bedrohliches ersetzt. 

Wenn wir davon ausgehen, dass Behandlungsblockaden unter anderem durch nicht erfüllte Bedürfnisse entstehen bzw. durch diese aufrecht erhalten werden, wird deutlich welche Bedeutung die oben genannte Verschiebung haben kann: Eine lebenslange Abwehr von Angst führt unweigerlich zu einer Reihe von Lebensentscheidungen und Handlungen, die verhindern, dass ein Gefühl der Sicherheit anstelle dieser Angst tritt. 

Hier bleibt die korrigierende Beziehungserfahrung aus, und die grundlegende Angst „Wenn ich bin, wie ich bin, werde ich abgelehnt“ bleibt mitsamt der daraus resultierenden innere Anspannung bestehen. Diese Daueranspannung wird zwar oft subjektiv nicht mehr wahrgenommen, der Körper registriert sie dennoch und reagiert mit einer Verschiebung im Hormon- und Neurotransmitterhaushalt. 
Heute wissen wir, dass unter dem Einfluss von Stresshormonen nicht nur Lernen unmöglich ist, weil eine Verknüpfung von Nervenzellen in diesem Milieu nicht stattfinden kann. Wir wissen auch, dass sich bereits gebildete Verknüpfungen zwischen den Hirnzellen unter dieser Einwirkung wieder abbauen. Das heißt im Klartext: Menschen, die verstärkt unter Stress leiden, können mit der Zeit nur noch auf ihre ältesten und daher am besten ausgeprägten, Verhaltensmuster zurückgreifen. 

Dass diese Verhaltensmuster den Anforderungen an ein Erwachsenenleben meist nicht gerecht werden, liegt in der Natur der Dinge. Und hier schließt sich der Teufelskreis einer erhöhten Anspannung, die durch abgewehrte Bedürfnisse und Emotionen entsteht. 
Langjährige Erfahrungen zeigen, dass konstante Erregung, also die Unfähigkeit Adrenalin erfolgreich abzubauen, eine der Ursachen von Krankheitsentstehung ist und bestimmte Konflikte zu einer Minderdurchblutung der entsprechenden Organe führen. 
Behandlungsblockaden auflösenUm in diesem scheinbar geschlossenen System den Patienten zu erreichen, stellt sich der Therapeut / Behandler als Kontaktperson zur Verfügung, und der Patient hat die Möglichkeit auf eine korrigierende Lebenserfahrung. 

Das Ernstnehmen des subjektiven Erlebens der Person, ist eine wesentliche Grundlage für erfolgreiches arbeiten mit ROMPC®. Da nur der Patient selbst wissen kann, was in ihm vorgeht, folgt der Therapeut dessen verbalen und physiologischen Signalen. So können Empfindungen bewusst werden, die sonst vor ihm selbst und anderen verborgen bleiben. 

Durch geschultes, aufmerksames Beobachten und Hören ist der Therapeut in der Lage, unbewusste Sabotagemuster zu erkennen. Meist stehen diese in direktem Zusammenhang mit aktuellen Problemen und bilden eine Brücke zu Ereignissen in der Vergangenheit. 
Die Art und Weise, wie Menschen sich gegen ihre Lebensimpulse entscheiden und verhalten, ist unterschiedlich. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass die aus einer Kränkung resultierende Ablehnung (die einst Gefühlen oder äußeren Umständen galt) sich gegen den eigenen Körper gewandt hat. 

So kann ein äußeres „Sich abfinden mit“ in Wirklichkeit ein jahrelanges „Hinnehmen“ unterdrückter seelischer Dauerschmerzen sein. Solch lebenswidrige Situationen werden durch die eingeschränkte Wahrnehmung eigener Optionen oft bis weit über die Schmerzgrenze hinaus aufrechterhalten. Alle zugänglichen Lösungswege scheinen ebenso schmerzhaft (und meist weit bedrohlicher) als das vertraute Unglück. Daraus resultiert eine Handlungsunfähigkeit, die so weit gehen kann, dass der Mensch nicht einmal mehr den Versuch unternimmt, seine emotionelle Wirklichkeit mitzuteilen. Es entstehen Gefühle der Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit. 

Hier ist eine starke Beziehungsbereitschaft und -fähigkeit des Behandlers gefragt, um den Patienten / Klienten schadlos zu begleiten. Die Berührung mit lang abgewehrten, schmerzhaften Gedankeninhalten und Gefühlen kann nur zugelassen werden, wenn für Sicherheit kompetent und überzeugend gesorgt ist. Menschen, die ihre Lebenssituation als „Niederlage“ erleben, weil sie sich resignierend gefügt haben, empfinden häufig Angst und Scham. Achtsam und empathisch kann der Therapeut selbstschädigende Manöver als Rettungsversuche der Seele erfolgreich enttarnen. 

Der Klient kann aufhören sich selbst abzuwerten, indem er Zugang zu den wirklichen Motiven seines Handelns bekommt und bei sich wahrnimmt, dass er die meisten Entscheidungen seines Lebens aufgrund seiner Liebe oder seiner Angst getroffen hat. 

Der ROMPC®-Therapeut kann dabei helfen, den Kontakt zu beiden Gefühlen wieder herzustellen. Wenn die Gefühle wieder fließen ohne bedrohlich zu erscheinen, können auch körperliche Blockaden erfolgreich gelöst werden. 

Ein Beispiel

Wenn ein Heilkundiger bei einem Patienten feststellt, dass dieser der Grundüberzeugung „meine Wünsche sind allen egal“ folgt, dann ist eine aktive Mitgestaltung der Therapiemaßnahmen durch den Patienten wichtig. Auch häufiges Rückfragen und wiederholte Aufforderungen und Erlaubnisse sein Befinden zu äußern, können den Patienten rückversichern und ihn ermutigen eine für ihn neuartige Beziehungsgestaltung zu erproben. Der Patient muss spüren, dass wir nichts ohne seine Zustimmung tun werden. (Antithetisches Verhalten)

Bemerken wir eine Überanpassung des Patienten, können wir ihn auffordern zu widersprechen. Hierbei können wir ihm mit geschickten Formulierungen die Kritik erleichtern.

Mit anderen Worten: Um eine Behandlungsblockade erfolgreich zu beheben, ist es nötig, mich mit der Beziehungsgestaltung meines Patienten zu beschäftigen:

  • Wie tritt mein Patient mit mir in Kontakt?
  • Welche Äußerungen macht der Patient über sich selbst oder sein Leiden?
  • Welche Haltung nimmt diese Person sich selbst und dem Leben gegenüber ein?
  • Welche Gedanken und Gefühle sind „erlaubt“, welche „verboten“?

Zusammenfassend können wir sagen

Je dringender ein Mensch die psychodynamische Entladung über ein körperliches Symptom benötigt, das heißt: je größer seine Angst vor dem zugrunde liegendem Konflikt ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass bei ihm eine Behandlungsblockade entsteht. 

In der Behandlung ist es notwendig herauszufinden, an welcher Stelle das angstauslösende Moment zu finden ist. Da die Angst sowie das dahinter liegende schmerzhafte Erlebnis jedoch zutiefst abgewehrt und verdrängt sind, kann es hilfreich sein, sich an der Symbolsprache des Körpers zu orientieren. 

Der ROMPC®-Therapeut ist in der Lage, Abwertungen zu erkennen und durch gezieltes Fragen festzustellen, auf welcher Ebene der Wahrnehmung eine Person aufgehört hat, sich mit dem Konflikt auseinander zu setzen. 

Durch antithetisches Verhalten bekommt der Patient die Möglichkeit, sich selbst neu in einer Beziehung zu erfahren. Bedürfnisse und Gefühle können und dürfen bewusst werden und an die Oberfläche kommen. Schmerz und Trauer können gestillt werden und „heilsamer Zorn“ kann dem Menschen zu neuem Mut verhelfen. Wenn alte seelische Wunden versorgt werden, erlebt auch der Körper eine Wiederbelebung. Auftretende Befindlichkeitsstörungen können jetzt als Stationen auf dem persönlichen Weg zur Gesundung angenommen werden. Die Behandlungsblockade ist gelöst.