Selbstwirksamkeit und Performance

Die innere Haltung entscheidet

Die richtigen Fragen stellen: Die ROMPC®-Fragetechnik

Thomas Dodner

08.04.2009

Thomas Dodner

Worum geht´s? 

Im Gespräch mit Klienten nutzen wir eine spezifische Fragetechnik, die sich an dem Modell des „Netzwerkes der Frontalhirn-geleiteten Schonhaltungen“ orientiert. Dabei geht es darum, das Problem des Klienten oder Kunden in der Tiefe zu erfassen und eine oberflächliche Analyse bzw. eine oberflächliche Behandlung seines Stresses zu vermeiden. Oftmals ist das angebotene Problem nicht das Problem.Deshalb kommt es darauf an, genau zu zuhören und auch die körperliche Signale des Klienten, seine Gestik und Mimik, seinen Atem und die kleinen Bewegungsreaktionen wahrzunehmen.

Ziele der ROMPC® Fragetechnik

Interesse zeigen

  • Die „unerhörte Geschichte“ des Klienten entschlüssen
  • das „Problem unter dem Problem“ erkennen
  • das kognitiv-emotional-behavioral-physiologisch-spirituelle Netzwerk der Stress-induzierten „Frontalhirn-geleiteten Schonhaltungen“ des Klienten verstehen
  • Ansatzpunkte gewinnen für …
    - korrektive und modellbildende Beziehungsgestaltung
    - wirkungsvolles Entkoppeln der Attraktion an das Trauma
    - mögliche Ressourcen-Erweiterungen


Möglichkeiten der Beziehungsgestaltung

Im ROMPC®-Interview legen wir den größten Wert auf die ICH-DU Beziehung zum Klienten. Wir sprechen in erster Linie nicht über sein Problem sondern legen unser Hauptaugenmerk auf seine Bedürfnisse, Defizite, Glaubenssätze und Blockaden. Denn das Problem ist lediglich die Auswirkung seines „Problems unter den Problem“.

Was kennzeichnet eine ICH - DU Beziehung?

Lebendige Anteilnahme und Anteilgabe.

Mich interessiert ...

  • was DU MIR eigentlich mit Deinen Worten sagen willst
  • was DU DIR eigentlich von mir wünscht
  • was DU MIR vermeidest zu sagen
  • was DU fühlst
  • was DU von mir befürchtest/li>
  • was DU denkst etc.


Wenn wir unserem Klienten bei seinen Antworten genau zuhören, können wir unter anderem auf folgende „Muster“ achten:

Der erste Satz
Der 1. Satz gibt uns wichtige Informationen – merken oder notieren, denn in den nachfolgenden Sätzen werden nur noch „Nebengeschichten“ und Erklärungen nachgeliefert. Auch die Art und Weise, wie die Dramatik des ersten Satzes von Klienten „entschärft“ wird, lässt für den Behandler viel Spielraum zum nachfragen.

„Merk-Würdiger“ Hinweis
Bei der ersten „Aussage“ hören wir einen Hinweis.

Wiederholung
Bei der Wiederholung der Aussage hören wir einen starken Hinweis, der uns neugierig macht, ob diese Aussage sich in gleicher oder ähnlicher Form wiederholt.

Erneute Wiederholung
Bei erneuter Wiederholung der Aussage erkennen wir ein Muster und stellen uns – und dem Klienten – die Frage, welche Bedeutung diese Aussage im Auftragskontext hat.

Geeignete Fragen zur Gesprächsführung

Offene Fragen:

  • Was?
  • Wer?
  • Wann?
  • Wie?
  • Wo?
  • Welche?

Vermeide:

  • Wieso?
  • Weshalb?
  • Warum?

Denn diese Fragen lösen in einer ICH-DU Kommunikation im Klienten alte Emotionen aus („Rechtfertige dich“). Beispiel: „Warum haben sie das so gemacht?“

Alternativfragen:
Entweder – Oder (um Theorien und Hypothesen einzuschränken)

Zirkuläre Fragen
(um die Sichtweise einer dritten Person einzunehmen und so auf andere Lösungsstrategien zu kommen):
„Was denken sie würden ihre Freude sagen, wenn sie Hilfe von ihnen annehmen würden?“

Verschlimmerungs-Fragen
(um die Gefahr des aktuellen Prozesses zu verdeutlichen)
„Was könnten sie tun, um die Situation zu verschlimmern?

Wunder-Fragen
(um geeignete Lösungsstrategien zu verdeutlichen)
„Wenn alles toll wäre, was müsste zuvor passiert sein?“

Einschränkende Grundüberzeugungen

Wir achten auf einschränkende Grundüberzeugungen und sprechen Sie an, wenn sie sichtbar werden. Denn die Grundüberzeugungen des Lebensskriptes sind der reflektorische Niederschlag der unvollendeten Beziehungserfahrungen in der Lebensgeschichte des betreffenden Individuums.

Diese Grundüberzeugungen können auch als Frontalhirn-geleitete Schonhaltungen verstanden werden, die mit den Trauma- und/oder Stress-Blockaden im limbischen System des Gehirns korrespondieren.

Es geht darum, dem Klientel Beziehungsräume zu eröffnen, in denen die Betreffenden erleben können: „Ich kann anders und ursprünglicher reagieren, als ich bisher gewohnt war.“

Re-Reactions sind dann umso wirkungsvoller, wenn sie zu einer Frontalhirn-bezogenen Auflösung der Grundüberzeugungen führen und diesen gleichzeitig im limbischen System des Gehirns die energetische Grundlage entzogen wird (nach Thomas Weil).

Die Frage-Technik

Für die ROMPC®-Fragetechnik ist es charakteristisch, dass jeweils eine vom Klienten oder Kunden genannte Einzelfacette seines Problems aufgegriffen wird.

Davon ausgehend werden die mit dieser Einzelfacette vernetzten weiteren Facetten der nachstehenden Landkarte erfragt – und zwar so lange, bis ein umfassendes Bild der Gesamtproblematik entsteht und maßgebliche Ansatzpunkte für wirkungsvolles Entkoppeln der Attraktion an das Trauma erkennbar sind.

Erstes Beispiel:
„Ich weiß nicht, ob sie mir überhaupt helfen können, denn am Ende muss doch jeder mit sich selbst klar kommen!“
„Es scheint, dass sie oft erlebt haben, dass es so ist. In welchen Situationen sind sie damit in Kontakt, dass sie alles alleine machen müssen?“
„Wenn es denn Hilfe gäbe, wie müsste sie aussehen?“
„Von wem hätten sie denn Hilfe benötigt und haben sie nicht bekommen?“
„Wie war das für sie?“
„Was spüren sie dabei in ihrem Körper?“
„Wie haben sie gelernt, damit umzugehen?“ 
„Was könnte den passieren, wenn sie Hilfe annehmen?“

Zweites Beispiel:
„Und während du dich niedergeschlagen fühlst (negatives Lieblingsgefühl), sagst du dir was über dich selbst (einschränkende Grundüberzeugung)?“
„Und wenn du dir sagst, du seiest sowieso nicht wichtig (einschränkende Grundüberzeugung), tust du was (störendes Verhaltensmuster)?“
„Und wenn du dich dann zurückziehst (störendes Verhaltensmuster), spürst du was in deinem Körper (unangenehme Körperreaktion)?“
„Und wenn du den Kloß im Hals spürst (unangennehme Körperreaktion), fürchtest du dich davor dass … (Gruselfantasie)?“
„Und wenn du Angst hast, dass niemand mehr etwas mit dir zu tun haben will (Gruselfantasie), erinnert dich das woran (Museum der Verletzungen)?“ etc.

Zusammenfassung

Ansatzpunkte für wirksames Entkoppeln im ROMPC® sind ...

  • Die maßgebliche einschränkende Grundüberzeugung
  • Die Schwierigkeit, das unterdrückte Gefühl / Bedürfnis zuzulassen
  • Die Schwierigkeit, von dem bevorzugten negativen „Lieblingsgefühl“ zu lassen
  • Die maßgebliche unangenehme Körperreaktion
  • Die galoppierende Gruselfantasie
  • Die belastende Erfahrung, die in den verstärkenden Erinnerungen erscheint bzw. deren belastende Einzelkomponenten